74 Jahre nach Massensuizid : Protest in Demmin gegen „Fackelmarsch“

Demonstranten protestieren gegen einen Aufmarsch der rechtsextremen NPD.

Demonstranten protestieren gegen einen Aufmarsch der rechtsextremen NPD.

Hunderte nehmen an ökumenischen Friedensgebet teil

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08. Mai 2019, 20:00 Uhr

Mehrere Hundert Menschen haben in Demmin (Landkreis Mecklenburgische Seenplatte) gegen einen Fackelzug der rechtsextremen NPD protestiert. Die Demonstranten von demokratischen Parteien, Vereinen, Gewerkschaften und Kirchen trafen sich am Mittwoch zu einem Friedensfest, nahmen an einem ökumenischen Friedensgebet teil und spazierten durch die Innenstadt. Dabei trugen sie Transparente, auf denen unter anderem stand: „Demmin bleibt bunt“ oder „Keine Waffen nirgendwo“.

Anlass war der 8. Mai als Gedenktag an das Kriegsende vor 74 Jahren.

Vom 30. April bis 3. Mai 1945 kam es in Demmin zu einem der größten Massensuizide in Deutschland. Damals besetzten Panzertruppen der Roten Armee den Ort und saßen wegen gesprengter Brücken tagelang fest. Es kam zu Vergewaltigungen und gewalttätigen Auseinandersetzungen, wobei etwa 1000 Menschen sich das Leben nahmen.

Über das Geschehen musste in der DDR geschwiegen werden.

Der Aufzug der Rechtsextremen sollte am Abend von einem größeren Polizeiaufgebot gesichert werden. Das Aktionsbündnis protestieren seit Jahren dagegen, dass die Rechtsextremen dieses Thema „für ihre Propaganda nutzen“. Im Vorjahr hatten sich rund 1000 Demonstranten und etwa 250 Teilnehmer der NPD gegenübergestanden.

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