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Mecklenburg-Vorpommern

22. November 2017 | 08:29 Uhr

7000 km Radwege mit manchem Stolperstein

vom

svz.de von
erstellt am 28.Jun.2013 | 07:35 Uhr

Schwerin | Mecklenburg-Vorpommern wirbt für sich gerne als Radfahrland - der Allgemeine Deutsche Fahrradverband (ADFC) wünscht sich allerdings noch Verbesserungen. "Grundsätzlich gehört an jede Bundes- und Landesstraße ein begleitender Radweg", fordert ADFC-Landesvorsitzender Steffen Burkhardt. "Wir wissen selbst, dass das nicht sofort umsetzbar ist. Allerdings müssten bei der Planung Kriterien mit herangezogen werden, die bisher unberücksichtigt bleiben: die besondere Gefährdung in Alleen oder überall dort, wo es Leitplanken gibt, zum Beispiel. Vorrang sollten auch solche Straßen haben, auf denen viele Kinder zur Schule radeln."

"Bemessungsgrundlage für den Radwegebau an Bundes- und Landesstraßen ist die ,Empfehlungen für die Anlage von Radverkehrsanlagen", erläutert die Specherin des Verkehrsministeriums, Juliane Schultz. "Sie rechtfertigt ab einer Verkehrsbelegung von 2500 Kfz/Tag bei einer zulässigen Höchstgeschwindigkeit von 100 km/h bzw. ab 4000 Kfz/Tag bei einer zulässigen Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h die Errichtung von straßenbegleitenden Radwegen."

1720 km Radwege entlang von Bundes- und Landesstraßen gibt es derzeit in Mecklenburg-Vorpommern. Nur in Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen ist der Ausstattungsgrad noch besser.

"Bis 1990 gab es keine straßenbegleitenden Radwege in unserem Land", macht die Ministeriumssprecherin klar, in welcher Dimension hier investiert wurde - und noch weiter investiert wird. Allein 2013 fließen aus Bundes- und Landesmitteln weitere 10,6 Millionen Euro in den Bau straßenbegleitender Radwege. Fertiggestellt werden sollen in diesem Jahr unter anderem Radwege an der B 103 zwischen Charlottental und Hoppenrade (Landkreis Rostock), an der B 106 zwischen Kirch Stück und Lübstorf sowie zwischen Lübstorf und Zickhusen (Nordwestmecklenburg) und an der B 122 zwischen Neu Canow und Wustrow (Mecklenburgische Seenplatte).

ADFC-Landesvorsitzender Burkhardt begrüßt diese Lückenschlüsse im Radwegenetz, kritisiert aber zugleich, dass der Bund immer weniger Mittel für den Radwegebau an seinen Straßen zur Verfügung stellt. "Dabei nimmt der Fahrradverkehr kontinuierlich zu." Dem ADFC zufolge fährt jeder dritte Einwohner in MV täglich Rad - bundesweit liegt der Anteil mit 19 Prozent deutlich niedriger. 14 Prozent des Gesamt-Verkehrsaufkommens im Land entfallen dem Ministerium zufolge auf den Fahrradverkehr - Touristen sind hierbei nicht eingeschlossen.

Insgesamt stehen Radfahrern im Land mehr als 7000 Kilometer ausgeschilderte Radwege zur Verfügung. Dazu gehören Abschnitte von acht Radfernwegen mit rund 2300 km Länge sowie 21 Rundrouten mit Längen bis zu 400 km. Auch hier sieht der ADCF allerdings einigen Nachholbedarf: "Die Ausschilderung lässt vielerorts noch zu wünschen übrig. Und bei vielen Rundwegen, zum Beispiel auf Rügen, ist die Qualität der Wege auf einzelnen Abschnitten nicht zufriedenstellend." Das, so Burkhardt, liege bei Weitem nicht immer am Geld. In einzelnen Kommunen würden Prioritäten einfach unterschiedlich gesetzt.

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