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Flüchtlinge im Land : 65 Prozent weniger Asylanträge in MV

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Derzeit 383 Flüchtlinge in den Erstaufnahmestellen des Landes

von
erstellt am 12.Jul.2016 | 06:25 Uhr

Mit Schließung der Balkanroute sind die Asylanträge in Mecklenburg-Vorpommern um 65 Prozent gesunken. Wie das Schweriner Innenministerium auf Anfrage unserer Redaktion mitteilte, stellten im ersten Halbjahr 2016 etwa 4900 Flüchtlinge im Nordosten einen Asylantrag. Zum Vergleich: Im zweiten Halbjahr des vergangenen Jahres hatten 14  000 Frauen und Männer in Mecklenburg-Vorpommern Asyl beantragt.

Wie das Innenministerium weiter mitteilte, kamen in diesem Jahr 4135 Asylsuchende aus Syrien, 190 aus Afghanistan und 68 aus Russland. „Eine Zunahme von Flüchtlingen aus Russland und insbesondere aus Tschetschenien können wir in Mecklenburg-Vorpommern nicht feststellen“, sagte Ministeriumssprecher Michael Teich. Andere Bundesländer haben dagegen über einen Anstieg der Flüchtlingszahlen aus Tschetschenien berichtet. Die Ursache für den Unterschied könnte in der Zuweisungsquote der einzelnen Bundesländer liegen. Der Nordosten nimmt vorrangig Flüchtlinge aus Syrien, Afghanistan und der Ukraine auf.

Infografik: Zahl der Einbürgerungen in Deutschland stagniert | Statista
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Die sinkenden Asylbewerberzahlen haben zu einer deutlichen Entspannung in den Aufnahmeeinrichtungen des Landes geführt. Nach Angaben des Innenministeriums sind in der Erstaufnahme in Nostorf-Horst bei Boizenburg und der Außenstelle Stern Buchholz bei Schwerin aktuell 383 Schutzsuchende untergebracht – so viele wie zu Beginn der Flüchtlingskrise im vergangenen Jahr.

„Eine Prognose über die Zahl der in diesem Jahr noch zu erwartenden Flüchtlinge ist nicht möglich“, meinte Michael Teich. Neben der Erstaufnahmeeinrichtung in Nostorf-Horst und der Außenstelle Stern Buchholz werden Aufnahmekapazitäten in Basepohl und Neubrandenburg-Fünfeichen bereitgehalten. Insgesamt stehen derzeit 3300 Unterbringungsplätze zur Verfügung. „Dem Innenministerium ist dabei wichtig, dass eine Reaktion auf ein erneutes Anwachsen der Flüchtlingszahlen kurzfristig möglich ist“, so Teich. In Schwerin trifft sich heute Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) mit Vertretern der Kommunen, um über die derzeitige Flüchtlingssituation zu beraten.

Bundesweit wurden von Januar bis Ende Juni 222 000 Neuankömmlinge registriert – ungefähr so viele wie allein im November 2015.

 

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