Schock für Schweriner Bahnrad-Fahrer : 6000-Euro-Rennrad geklaut

<fettakgl>Stolz wie Oskar </fettakgl>zeigte der Schweriner Bahnrad-Fahrer Daniel Rackwitz im Februar sein erst gut vier Monate altes Straßenrennrad im Trainingslager auf Mallorca - jetzt ist das teure Stück weg. <foto>privat</foto>
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Stolz wie Oskar zeigte der Schweriner Bahnrad-Fahrer Daniel Rackwitz im Februar sein erst gut vier Monate altes Straßenrennrad im Trainingslager auf Mallorca - jetzt ist das teure Stück weg. privat

Der 2007er Junioren-WM-Dritte im 1000-m-Zeitfahren, Daniel Rackwitz, kann es immer noch nicht fassen: Sein erst im Oktober 2012 von Fahrrad Kather gesponsertes 6000-Euro-Rennrad aus Karbon wurde geklaut.

svz.de von
21. März 2013, 07:33 Uhr

Schwerin | "Ein guter Ausdauer-Bahnradfahrer wird auf der Straße gemacht", hatte im Spätsommer 2000 Guido Fulst gegenüber unserer Redaktion gesagt. Kurz zuvor hatte er mit dem deutschen Bahnvierer bei den Olympischen Spielen in Sydney Gold gewonnen.

Der Schweriner Bahnrad-Fahrer Daniel Rackwitz (SSC/Track Cycling Team MV) will auch diesen Weg gehen. Im Juniorenbereich noch bei den Sprintern zu Hause, wechselte der 24-Jährige vor zwei Jahren zu den Ausdauersportlern. Der Schützling von Schwerins Meistermacher Ronald Grimm sucht seine sportliche Zukunft im Mehrkampf Omnium. Der besteht aus 250 m fliegend, Punktefahren (30 km), Ausscheidungsfahren, Einerverfolgung, Scratch (15 km) sowie 1000-m-Zeitfahren.

Und dafür muss er eben auf die Straße. In diesen Tagen erweist sich dies allerdings nicht nur wegen der schlechten Witterung als schwierig. Nein, der Junioren-WM-Dritte von 2007 im 1000-m-Zeitfahren kann es immer noch nicht fassen, was sich heute vor einer Woche abgepielt haben muss: Ein dreister Dieb oder mehrere dreiste Diebe stahlen sein erst im Oktober 2012 von Fahrrad Kather gesponsertes 6000-Euro-Rennrad aus Karbon der Marke Focus. "Der oder die haben sich Zeit gelassen und müssen sich richtig auskennen", informierte der immer noch geschockte Daniel Rackwitz unsere Redaktion.

Vom Materialraum die Tür eingetreten

Der Athlet hatte sein Rennrad im Materialraum der SSC/TCTMV-Radsportler eingeschlossen. Dieser befindet sich neben Grimms Trainer-Zimmer im Komplex der alten Volleyballhalle. Der Meistermacher begibt sich jeden Tag zwischen 13 und 15 Uhr zur Mittagspause. Und das nutzten der oder die Täter aus. "Unser Trainer hat zusammen mit Henry (Ober - d. A.) und Hannes (Keuchel - d. A.) das entdeckt. Die Tür war eingetreten und das Scharnier herausgebrochen", berichtete Daniel Rackwitz. Und dass die Diebe genau gewusst hatten, was sie da tun, belegt Folgendes. In dem Raum waren auch noch fünf, sechs Bahnräder der FES, die den Kader-Athleten vom Bund Deutscher Radfahrer zur Verfügung gestellt werden - also noch teurere Sportgeräte als Daniels Straßenrennrad, das im Raum hinten in der Ecke stand. "Selbst Marcs (Schröder, U23-EM-Dritter im Keirin - d. A.) neues Straßenrad stand noch davor. Das ist aber nicht ganz so gut wie meins", weiß der 24-Jährige. Und mit FES-Bahnrädern kann man ja nun mal nicht auf der Straße fahren und übers Internet verscherbeln geht schon mal gar nicht.

"Wir haben natürlich gleich Anzeige gegen Unbekannt bei der Polizei erstattet. Aber das ist ein Riesenverlust für mich. Meine Haftpflichtversicherung zahlt nur 500 Euro. Da es ein Privatrad ist, ist es auch nicht über den Verein versichert. Eine teuere Versicherung für dieses Rennrad konnte ich mir nicht leisten", betont der junge Familienvater. Und eine Codierung ist nach seiner Aussage bei Karbon-Rädern nicht möglich. "Nur die Rahmennummer ist beim Hersteller registriert. Da kann sich der Dieb wegen Ersatzteilen nicht blicken lassen."

Olympiasieger Nimke hilft mit Ersatzrad aus

Die Misere wird um so deutlicher, als für den Schweriner so langsam die Straßensaison losgeht. "Gott sei dank fielen am vergangenen Wochenende und fallen auch an diesem Wochenende die geplanten Rennen wegen des schlechten Wetters aus. Aber Ostern möchte ich schon am Duathlon in Godern als Belastungstest teilnehmen. Und am 6./7. April starte ich bei zwei Rennen in Niedersachsen", erzählt der Grimm-Schützling. Er bekam gleich Hilfe von Schwerins Bahnrad-Olympiasieger Nimke. "Stefan hat mir erst einmal ausgeholfen, da er ja wegen seiner Verletzung (Muskelfaserriss in der rechten Wade - d. A.) ja eh nicht trainieren kann", freut sich der Omnium-Fahrer wenigstens über diese spontane Unterstützung. Aber nichtsdestotrotz muss er ja auch wieder an ein neues Rennrad kommen. "Ich bin am Überlegen, ob ich mir ein gebrauchtes hole. Man hat ja nicht mal so 6000 Euro, um ein neues Rad zu kaufen. Und Herr Kather kann mir auch nicht mal eben wieder so ein teures Rad zur Verfügung stellen", so Daniel Rackwitz.

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