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Strandkorbsprint-WM Usedom : 60 Kilo, 20 Meter, zwei Sieger

vom
Aus der Onlineredaktion

Sport und Gaudi am Strand von Zinnowitz läuten Tourismusjahr 2017 ein

Ruhig plätschert die Ostsee an den Strand von Zinnowitz auf Usedom. Mehrere Hundert Menschen sind am Sonnabend gekommen, um bei strahlendem Sonnenschein mit der Strandkorbsprint-WM das erste Highlight des noch jungen Tourismusjahres zu erleben. Doch Temperaturen um den Gefrierpunkt und teils dicke Handschuhe lassen nicht zu, dass echte Beachvolleyball-Atmosphäre entsteht.

Aber die sportlichen Leistungen sind spitze, wie Organisator Mayk Borchardt sagt. Die Athleten müssen einen rund 60 Kilogramm schweren Strandkorb über eine 20 Meter lange Rennstrecke schleppen. Das gelingt den insgesamt fünf Teams nicht immer. Zweimal kommen die Sportler ins Stolpern und landen samt Strandkorb im gut aufbereiteten Sand.

Borchardt, selbst Strandkorbvermieter, kann am Ende verkünden, dass der Weltrekord aus dem Jahr 2007 mit 4,91 Sekunden weiter Bestand hat. Der 37-jährige Patrick Lehmann aus Zinnowitz und der 35 Jahre alte Robert Ninas aus dem Nachbarort Zempin schleppen das unförmige Teil im Finale in 5,06 Sekunden über das tiefe Geläuf. Sie konnten ihren Titel aus dem Vorjahr verteidigen. Ihren Finalgegnern aus Ostfriesland gelang es nicht, bei Zeitgleichheit den Strandkorb hinter der Ziellinie zum Stehen zu bringen – trotz Wintergaudi harte Regeln.

Mit dem dreitägigen Winterstrandkorbfest läutet Zinnowitz seit 2002 das Tourismusjahr ein.

„Die WM zeigt, wie kreativ man mit dem Ursymbol des Tourismus für Mecklenburg-Vorpommern umgehen kann“, sagt der Sprecher des Landestourismusverbands, Tobias Woitendorf. Immerhin wurde der erste Strandkorb 1882 vom Rostocker Hofkorbmacher Wilhelm Bartelmann gebaut. Ganz berühmt wurde die „Ikone der German Gemütlichkeit“ beim G8-Gipfel 2007 in Heiligendamm, als sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit ihren hohen Gästen in einem 6,5 Meter breiten Mega-Strandkorb vor dem Grand Hotel niederließ. Gebaut wurde der Korb in Heringsdorf auf Usedom.

Die WM habe eine breite Öffentlichkeitswirkung und verknüpfe ein Ereignis mit Sport – ein Konzept, das auch im Fernsehen immer wieder für Erfolg bürgt, weiß Woitendorf. „Und die Menschen außerhalb des Landes nehmen wahr, dass die Einheimischen mit einem Augenzwinkern mit den eigenen Traditionen umgehen können.“ Gerade in dieser Zeit machten sich viele an die Urlaubsplanung. „Wenn dann schöne und fröhliche Bilder in den Zeitungen und im Internet auftauchen, kann das den ein oder anderen animieren, den Sommerurlaub auf der Insel zu buchen“, sagt Woitendorf. Jährlich werden rund fünf Millionen Gäste-Übernachtungen auf der Insel gezählt.

Auch der Zinnowitzer Bürgermeister Peter Usemann (parteilos) sieht den hohen Stellenwert der Veranstaltung. Damit könnten neben vielen Einheimischen auch viele Gäste an den Strand gelockt werden. Und es sind schon viele Touristen da, in Brandenburg und Berlin ist Ferienzeit. Usedom gilt als die Badewanne der Berliner.

Dass die WM nicht nur eine Wintergaudi ist und viel Ehrgeiz damit verbunden ist, macht Sieger Lehmann deutlich. 40 bis 45 Kilometer laufe er pro Woche und dazu kämen noch diverse Stunden Krafttraining.

Anstrengungen, die durchaus sichtbare Spuren hinterlassen und manch männlichen Besucher ein wenig neidisch blicken lassen.

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