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Mecklenburg-Vorpommern

21. August 2017 | 12:27 Uhr

Strafanzeigen : 591 Radfahrer unter Alkohol

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Osterwasser und Fahrrad – gefährliche Kombination

Die Polizei in Mecklenburg-Vorpommern nimmt zunehmend alkoholisierte Radfahrer ins Visier. 591 Strafanzeigen gegen betrunkene Radler stellten die Beamten im vergangenen Jahr, teilte das Schweriner Innenministerium mit. Das ist eine Zunahme um knapp drei Prozent im Vergleich zum Vorjahr und die höchste Zahl seit 2009.

Viele Menschen lassen nach Alkoholkonsum das Auto stehen, steigen aber sorglos aufs Fahrrad. Ein Irrtum, meinte Rudolf Springstein, Inspekteur der Landespolizei. „Nach Paragraf 316 Strafgesetzbuch wird bestraft, wer nach Alkoholgenuss nicht mehr in der Lage ist, ein Fahrzeug sicher im Verkehr zu führen – auch ein Fahrrad ist ein Fahrzeug“, erklärte Springstein.

Autofahrer gelten allerdings ab 1,1 Promille Alkohol im Blut als absolut fahruntauglich und schon ab einem Promillewert von 0,5 drohen ein Bußgeld, Punkte und ein Fahrverbot. Dagegen gelten Fahrradfahrer laut gültiger Rechtssprechung erst ab 1,6 Promille als fahruntauglich – vorausgesetzt, sie fallen weder mit einer unsicheren Fahrweise auf, noch bauen sie einen Unfall. Doch dann drohen auch Radlern Führerscheinentzug, medizinisch-psychologische Untersuchung (MPU), Geldstrafe und Flensburgpunkte. „Wer unter Alkohol aufs Rad steigt, bringt sich und andere in Gefahr“, sagte Innenminister Lorenz Caffier (CDU). 21,4 Prozent aller 7953 Personen, die 2013 landesweit auf den Straßen verunglückten, waren Radfahrer.

Für das gesamte Bundesgebiet hatte der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) berechnet, dass etwa fünf Prozent aller verunglückten Radfahrer betrunken sind. Die Innenminister der Länder wollen bis Herbst prüfen, ob die Promillegrenze für Radler auf 1,1 Promille gesenkt werden sollte.

 

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erstellt am 19.Apr.2014 | 16:00 Uhr

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