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Dienstwaffen : 5900 neue Pistolen für die Polizei in MV

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Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

3,2 Millionen Euro für Umrüstung geplant - Kritik von Grünen im Schweriner Landtag

svz.de von
erstellt am 06.Jan.2014 | 21:53 Uhr

Das Innenministerium Mecklenburg-Vorpommerns will die Landespolizei mit neuen Pistolen ausrüsten. Nach Informationen unserer Redaktion soll die vor 30 Jahren entwickelte bisherige Standardwaffe P6 von Sig Sauer durch eine modernere Waffe ersetzt werden. Derzeit sind 5900 Pistolen bei den Beamten im Nordosten im Einsatz.

Welche Waffenschmiede damit den millionenschweren Auftrag für die Umrüstung bekommt, steht allerdings noch nicht fest. Wie unsere Redaktion aus Polizeikreisen erfuhr, beginnt die Ausschreibung im ersten Quartal dieses Jahres. Bis 2017 soll die Einführung der neuen Waffe erfolgen.

Das Innenministerium bestätigte gestern auf Nachfrage die Umrüstungspläne. „Für den Systemwechsel werden Gesamtkosten von etwa 3,2 Millionen Euro prognostiziert“, hieß es in einer Antwort. Bei den meisten Dienstpistolen sei aufgrund des Alters die Verschleißgrenze unter anderem durch das notwendige Schießtraining und das tägliche Laden und Entladen der Waffen erreicht. Notwendige Instandsetzungsmaßnahmen wären unwirtschaftlich. Die P6 von Sig Sauer war Anfang der 90er-Jahre bei der Landespolizei Mecklenburg-Vorpommerns als Standardwaffe eingeführt worden und hatte damals die in der Sowjetunion entwickelte Makarow abgelöst.

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) begrüßt die geplante Umrüstung. „Die alte Dienstwaffe ist nicht mehr zeitgemäß“, sagte GdP-Landesvorsitzender Christian Schumacher. Eine modernere Waffe würde mehr Sicherheit für die Kollegen bedeuten.

Als nicht mehr zeitgemäß gilt bei der P6 beispielsweise das Fassungsvermögen des Magazins von nur acht Patronen. Modernere Polizeipistolen haben bis zu 16 Patronen im Magazin, sind zudem ohne Umbau für Links- sowie Rechtshänder geeignet und sind leichter. Mecklenburg-Vorpommern ist nach Hamburg, Bremen und Schleswig-Holstein das vierte Land in Norddeutschland, das die P6 als Standardwaffe zum alten Eisen legt. Die drei anderen Länder entschieden sich für die Walther P99 als Nachfolgemodell.

Die Umrüstung ist allerdings umstritten. Kritik übte die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen im Schweriner Landtag. „Bevor neue Waffen angeschafft werden, muss geprüft werden, ob die Polizei in Zukunft auch mit weniger Waffen auskommen kann“, sagte Johannes Saalfeld, innenpolitischer Sprecher der Fraktion. Da die Anschaffung eine sehr teure Angelegenheit sei, müsse nach seiner Ansicht nicht jeder Beamte eine eigene Dienstwaffe haben.

Wie das Innenministerium mitteilte, haben Polizisten 2012 in 962 Fällen von der Schusswaffe Gebrauch gemacht – davon 957-mal zum Töten gefährlicher, kranker oder verletzter Tiere. Zweimal wurden Warnschüsse abgefeuert. In den übrigen Fällen löste sich ein Schuss unbeabsichtigt oder wurde ein Signalschuss abgegeben.

 

 

 

 

 

 

 

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