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Landestourismusverband MV : 57 Ladestation sorgen für eine gute Reise

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Es kann eng werden auf MVs Radwegen - zumindest im Sommer. Jeder zweite Urlauber nutzt das Rad. Künftig könnte sich dieses Problem sogar noch verstärken, denn die Beliebtheit von Elektrofahrrädern wächst.

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erstellt am 07.Mär.2012 | 09:06 Uhr

Berlin | Es kann eng werden auf Mecklenburg-Vorpommerns Radwegen - zumindest im Sommer, wenn sich Tausende Touristen aufs Rad schwingen, um die Umgebung ihres Urlaubsortes zu erkunden. Da kann es schon mal Probleme auf manchen Deichwegen entlang der Ostsee geben, denn jeder zweite Urlauber nutzt das Rad. Und wie im täglichen Leben zu Hause in der Stadt klappt das Miteinander von Fußgängern und Radfahrern auch bei entspannten Urlaubern nicht immer.

Künftig könnten sich diese Probleme sogar noch verstärken, denn die Beliebtheit von Elektrofahrrädern wächst. Diese Fahrräder können ohne größere Anstrengung der Radler über 30 Stundenkilometer schnell sein. Da kann Geschick und Routine durchaus hilfreich sein. Zweifler wiegen den Kopf und fürchten bei ungeübten Urlaubern eine steigende Zahl von Kollisionen. Ein Punkt, der bei Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) die Frage nach einer Helmpflicht aufwirft.

Im vergangenen Jahr wurden deutschlandweit schon rund 300 000 E-Bikes verkauft, im Jahr zuvor waren es noch 100 000 weniger. "Da ist ein Markt herangewachsen", sagt der Präsident des Landestourismusverbands, Jürgen Seidel. Entsprechend rüsten Verleiher und Hotels nach.

Der Verband hat die Konsequenz aus den Wünschen der Gäste gezogen und zusammen mit Brandenburg und Dänemark entlang des 600 Kilometer langen Fernradwegs Berlin-Kopenhagen insgesamt 57 Ladestationen für Akkus installiert. Glawe gab dazu auf der ITB den symbolischen Startschuss und schwang sich selbst auf ein Elektrofahrrad. Auch auf den Fähren zwischen Rostock und dem dänischen Gedser stehen Ladestationen zur Verfügung.

Schätzungen zufolge benutzen pro Jahr rund 20 000 Radfahrer den Fernradweg - zumindest auf größeren Teilstücken. "Die Gäste auf den Elektrofahrrädern sollen nicht auf gut Glück an Rast- oder Gaststätten nach Steckdosen fragen müssen", betont Seidel. Der Abstand zwischen den Ladestationen liegt bei maximal 35 Kilometern.

Auch andere Urlaubsregionen wie Hiddensee, Rügen oder Fischland-Darß-Zingst haben den Trend erkannt, setzen auf Elektro und wollen so dazu beitragen, dass MV das beliebteste Ziel für Radreisen bleibt. In diesem Jahr öffnen im Bereich der Mecklenburgischen Ostseebäder drei zentrale Verleihstationen in Boltenhagen, Kühlungsborn und Warnemünde, berichtet Verbandssprecherin Melanie Jeschke. Sie liefern die Bikes direkt ins Hotel, damit die Gäste von dort zu den Touren aufbrechen können. Dabei seien es nicht nur ältere Gäste, die auf die Elektro-Unterstützung setzen, betont Jeschke.

Der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) reagiert zurückhaltend auf die Berlin-Kopenhagen-Initiative. "Die Idee, den Radweg mit Ladestationen auszustatten ist gut, ist aber nicht das entscheidende Qualitätskriterium für einen Fernradweg", sagt ADFC-Landeschef Thomas Möller. Wichtiger sei, ihn baulich so anzulegen, dass er einer Zertifizierung standhält. Bei einer ADFC-Zertifizierung hatte der Fernradweg nur mittelmäßig abgeschnitten. Gerade bei E-Bikes, die mit hohen Geschwindigkeiten unterwegs sind, müssten besondere Maßstäbe angelegt werden, betonte Möller. Auch seien die anderen Radwege oft in einem baulichen Zustand, dass die Möglichkeiten der E-Bikes gar nicht ausgereizt werden können. Deutlichen Nachholbedarf gebe es bei den Wegweisern.

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