Abschluss unserer Weihnachtsspendenaktion : 53 000 Euro für die Tafeln

Spendenübergabe: Gabriele Kanis (v.l.), Sylvia Fuhrmann, Wolfgang Schaffer,  Peter Grosch, Edeltraud Hompesch, Manuela Schwesig, Martin Scriba und Max-Stefan Koslik.
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Spendenübergabe: Gabriele Kanis (v.l.), Sylvia Fuhrmann, Wolfgang Schaffer, Peter Grosch, Edeltraud Hompesch, Manuela Schwesig, Martin Scriba und Max-Stefan Koslik.

Abschluss unserer Weihnachtsspendenaktion: Leser helfen bedürftigen Menschen in unserer Region. Bundesfamilienministerin und Schirmherrin Manuela Schwesig überreichte den symbolischen Scheck

svz.de von
20. Dezember 2013, 18:26 Uhr

Noch einmal tief in die Tasche gegriffen haben unsere Leser in den letzten Tagen unserer Weihnachtsspendenaktion für die Tafeln: 52 677, 49 Euro sind so seit Ende November zusammengekommen, um Bedürftigen in unserer Region zu helfen. „Ein tolles Ergebnis“, freute sich Peter Grosch, Vorsitzender der Schweriner Tafel, die die Aktion für alle beteiligtenTafeln mitorganisiert hatte. Auch Schirmherrin Manuela Schwesig dankte unseren Lesern und rundete die Summe bei der symbolischen Scheckübergabe mit einer persönlichen Spende auf 53 000 Euro auf.

Ihren ersten offiziellen Termin im neuen Amt in Berlin legte die Bundesfamilienministerin extra in ihre Heimatstadt Schwerin und zur Spendenübergabe ihrer Heimatzeitung. „Ich habe mich besonders darüber gefreut, dass die Weihnachtsspendenaktion der Zeitung in diesem Jahr zugunsten der Tafeln ging“, sagte die ehemalige Sozialministerin von Mecklenburg-Vorpommern. Sie habe großen Respekt vor der Leistung der haupt- und ehrenamtlichen Helfer, so die SPD-Politikerin. Politik dürfe sich aber nicht auf die Tafeln verlassen, betonte Schwesig: „Ich verspreche, dass ich mich als Bundesfamilienministerin weiterhin für die Bekämpfung von Armut vor allem bei Kindern und älteren Menschen einsetzen werde.“

Der Stellvertretende Chefredakteur der Schweriner Volkszeitung, Max-Stefan Koslik, der mit Schirmherrin Manuela Schwesig die Spende überreichte, bedankte sich bei den Lesern und bei den vielen Tafelmitarbeitern und Tafelbegünstigten. Sie standen in den vergangenen vier Wochen für viele Berichte und Reportagen zu Verfügung. „Indem sie ihr Herz öffneten, öffneten sie auch die Herzen unserer Leser.“

Das medienhaus:nord, in dem die „Schweriner Volkszeitung“ und „Der Prignitzer“ erscheinen, hatte die Aktion auch selbst mit einer Spende unterstützt. Verlagsgeschäftsführer Andreas Gruczek: „Wir freuen uns über das riesengroße Engagement unserer Leser und haben uns entschlossen, auch selbst einen Beitrag zu leisten. Statt Weihnachtsgeschenken für unsere Geschäftspartner spenden wir in diesem Jahr 2500 Euro für die Tafeln in unserem Verbreitungsgebiet.“

Das Geld kommt vor allem Alleinerziehenden und älteren Menschen zugute, die in zunehmender Zahl auf die Angebote der Tafeln angewiesen sind, wie Peter Grosch sagte. „Sicher wäre es besser, wenn es die Tafeln gar nicht geben müsste, aber das ist leider illusorisch.“ Es sei einfach traurig, wenn Ältere, die 40 Jahre ihres Lebens oder länger gearbeitet haben, in der Mitte des Monats die Tafel aufsuchen müssten, weil sie mit ihrer Rente nicht zurechtkommen. Die Tafeln würden allerdings nicht die sozialen Systeme entlasten, betonte Grosch, sondern eine zusätzliche Hilfsmöglichkeit schaffen.

„Wir müssen das Problem der Kinderarmut im Blick haben“, meinte Martin Scriba, Landespastor für Diakonie in Mecklenburg-Vorpommern. „Wir haben in Deutschland das Problem, dass wir es in einem der wohlhabendsten Länder der Welt nicht schaffen, die immer weiter auseinandergehende Schere zwischen Arm und Reich wieder mehr zusammen zu bekommen“, sagte Scriba. Vor den Tafel-Mitarbeitern müsse man den Hut ziehen. Er sprach ebenfalls allen Spendern unserer Aktion seinen Dank aus.

Durch die Berichte in der Heimatzeitung hätten viele Menschen einen Einblick in die Arbeit der Tafeln bekommen, freute sich Gabriele Kanis, Fachreferentin bei der Diakonie und Mitorganisatorin der gemeinsamen Spendenaktion. Von positiven Rückmeldungen berichteten beispielsweise Tafel-Fahrer Wolfgang Schaffer und Sylvia Fuhrmann, die zwei Kinder-Tafeln und Suppenküchen koordiniert. „Manche Leute sind extra in unsere Einrichtungen gekommen, um Geld in die Sammelbüchsen zu werfen“, sagte Sylvia Fuhrmann.

„Wir hatten zahlreiche Anfragen von Bürgern, die helfen wollen“, ergänzte Edeltraud Hompesch, Team-Leiterin der Job-Tafel in Schwerin. Darunter seien auch Menschen mit wenig Geld gewesen, die wissen wollten, wie sie ehrenamtlich tätig werden können. Die Job-Tafel in Trägerschaft der Evangelischen Suchtkrankenhilfe Mecklenburg organisiert Beschäftigungsbereiche und vermittelt Arbeitssuchende – auch Betroffene – auf dem Arbeitsmarkt. Bei der Mitte 2012 gegründeten Beschäftigungsgesellschaft sind beispielweise Fahrrad-Kuriere tätig, die Lebensmittel zu bedürftigen Rentnern und Kranken nach Hause bringen.

Es sei bemerkenswert, wie die Tafel-Mitarbeiter den Waren-Transfer zwischen den Sponsoren und den Bedürftigen organisierten, meinte die Bundesfamilienministerin. Neben der Schattenseite, dass es Menschen gebe, die auf diese Hilfe angewiesen sind, hätte das Tafel-System auch eine uneingeschränkt positive Seite: „Die Tafeln sorgen dafür, dass Lebensmittel, die noch gut sind, nicht auf dem Müll landen, sondern weiter verwendet werden. Gut, dass Firmen diese Waren zur Verfügung stellen. Wir leben in einer Wegwerfgesellschaft – das ist Wahnsinn.“

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