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Mecklenburg-Vorpommern

19. November 2017 | 02:25 Uhr

500 Millionen Euro für die Landwirtschaft

vom

svz.de von
erstellt am 28.Mär.2012 | 08:45 Uhr

Paaren/Glien | Trotz Klimawandel, Trockenheit und Hochwasser blicken Brandenburgs Landwirte optimistisch in die Zukunft. "Die Stimmung ist gut", sagte der Präsident des Landesbauernverbandes (LBV), Udo Folgart, gestern auf dem Landesbauerntag in Paaren/Glien. Die Bauern könnten unter stabilen Bedingungen wirtschaften. Sie hätten Vertrauen in die Märkte und könnten sich auf eine starke Nachfrage ihrer Produkte stützen. "Das Selbstbewusstsein in der Bauernschaft ist stärker als vor zehn Jahren", sagte Folgart.

98,2 Prozent der knapp 300 Delegierten wählten Folgart erneut zum Präsidenten des Landesbauernverbandes. Seit 2003 hat der 55-Jährige das Amt inne. Neben der positiven Grundstimmung thematisierte Folgart in seiner ersten Ansprache nach der Wiederwahl aber auch eine Reihe von Problemen, mit denen die Bauern zu kämpfen haben.

So warnte er vor möglichen Wettbewerbsnachteilen, wenn die Landwirte in der neuen EU-Förderperiode ab 2014 für Agrarinvestitionen weniger Geld bekommen sollten. Zwar sei in den vergangenen zehn Jahren eine halbe Milliarde Euro in die märkische Landwirtschaft investiert worden, doch seien weitere notwendige Ausgaben etwa für die Tierhaltung ohne finanzielle Zuschüsse nicht möglich.

Nicht zu akzeptieren seien immer neue Auflagen für den Naturschutz. Folgart nannte "überzogene Naturschutzforderungen einen großen Klotz am Bein der Landwirtschaft". Eine "mittlere Katastrophe" sei der Umgang mit geschützten Tierarten. Die Bauern trügen den Artenschutz mit. Wer jedoch die Gesellschaft von Kormoran, Biber und Wolf wolle, müsse auch für Schäden aufkommen.

Agrarminister Jörg Vogelsänger (SPD) sicherte auf dem Landesbauerntag die weitere einzelbetriebliche Förderung zu. Gesichert werde auch die von den Bauern geforderte Ausgleichszulage für benachteiligte Gebiete. Nach Angaben des LBV ernten märkische Landwirte wegen natürlicher Nachteile 20 bis 30 Prozent weniger als im Bundesdurchschnitt.

Nach den Worten von Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) haben Brandenburgs Landwirte in der Landesregierung einen verlässlichen Partner. Die durch demografischen Wandel, Energiewende und EU-Vorgaben entstehenden Probleme habe die Landesregierung im Blick. So unterstütze er die Position der Bauern gegen die EU-Pläne, Direktzahlungen zu kürzen.

Ab 2015 sollen nach der neu ausgerichteten EU-Agrarpolitik Ausgleichszahlungen beim Einkommen der Landwirte von Betriebsgrößen abhängig gemacht werden. In einem Positionspapier lehnten die Brandenburger Bauern die EU-Pläne ab. "Ein Hektar ist ein Hektar", erklärten sie in dem Papier und forderten, dass jeder bewirtschaftete Hektar auch bezahlt werden müsse.


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