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Reiseführer „Mecklenburg-Vorpommern entdecken“ im Test : 50 Sehenswürdigkeiten in einer Stunde

vom

Im Band „Mecklenburg-Vorpommern entdecken“ haben unsere Redakteure 450 Klassiker und Geheimtipps zusammengestellt. Volontär Thomas Stengel hat den Reiseführer gleich in Schwerin ausprobiert.

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erstellt am 21.Jun.2013 | 09:42 Uhr

Seit meinem Umzug vor einigen Wochen bin ich als Wahl-Mecklenburger und Neu-Schweriner noch nicht dazu gekommen, das Bundesland, in dem alle gerne Urlaub machen, zu erkunden. Das wird sich ändern und zum Anfang habe ich mir die Landeshauptstadt vorgenommen. Dabei helfen wird mir das Buch „Mecklenburg-Vorpommern entdecken“, ein neuer Reiseführer, der in Zusammenarbeit zwischen dem Hamburger Verlag Ellert & Richter und dem medienhaus:nord, in dem diese Zeitung erscheint, entstand.


450 Klassiker und Geheimtipps haben die Redakteure unserer Zeitung mit Hilfe ihrer Leser zusammengetragen. Auf 200 Seiten habe ich nun die Qual der Wahl: Ich frage mich, wie ich möglichst viele Attraktionen in kürzester Zeit zu sehen bekommen kann. Beim Durchstöbern der mehr als 40 Ausflugsziele im Schweriner Kapitel bleibe ich an einer Idee hängen: eine Stadtrundfahrt mit dem Petermännchen. „Schnell und bequem“, soll es sein – bei den sommerlichen Temperaturen über 30 Grad genau das Richtige. Also mache ich mich auf den Weg zum Marktplatz in der Innenstadt, wo die Touren starten.
Um 10:30 Uhr beginnt meine Rundreise im Petermännchen-Bus. Frank Neugebauer, Fahrer und Organisator der Stadtrundfahrten, erklärt die Tour: 16 Kilometer, eine Stunde Fahrt und unzählige Schweriner Attraktionen. Fünf sind es allein beim Start unsere Fahrt auf dem großen Marktplatz zwischen Säulengebäude, Rathaus und Dom, der mit 117,5 Metern der höchste in MV ist, und der Statue zu Ehren des Stadtgründers, Heinrich dem Löwen.
Unser Ziel ist das Westufer des zwölf Hektar kleinen Pfaffenteichs. Dort empfiehlt der Reiseführer die kürzeste und kleinste Kreuzfahrt in MV: ein Euro und der Pfaffenkreuzer schippert vom Arsenal, einem ehemaligen Waffenlager und Kaserne und derzeitigem Sitz des Landesinnenministeriums, zum gegenüberliegenden E-Werk, einem heutigen Theater. Und wie Frank Neugebauer versprochen hatte, es geht Schlag auf Schlag weiter.


Vom Hauptbahnhof im Zuckerbäckerstil geht es vorbei an der Paulskirche zum Marienplatz. Mit über 200 Geschäften die Shoppingmeile in Schwerin. Wo sonst striktes Autoverbot herrscht, tuckern wir auf der Schloßstraße entlang verschiedener Ministerien, als wir vor dem Schweriner Schloss rechts an der Siegessäule abbiegen.


Nach einer halben Stunde und 25 Kilometer pro Stunde Höchstgeschwindigkeit erreichen wir das Berliner Tor und das Stadtarchiv. Von dort fahren wir auf die zur Buga kreierte schwimmende Wiese im Schloßgarten. Hier würde ich mich jetzt gerne sonnen, doch mein Sehenswürdigkeiten-Marathon muss weiter gehen.


Entlang des Schweriner Sees, der so groß wie fast 90 Fußballfelder ist, geht es auf den über drei Kilometer langen Franzosenweg durch das Villen – und Schloßgartenviertel. Quer durch die Natur entspanne ich und genieße meinen Ausflug. Plötzlich höre ich viele Kinder: Wir fahren vorbei am Schweriner Zoo mit 700 Tieren aus 130 Arten und dem Schweriner Kletterwald. Hier ließe sich vermutlich jeweils selbst ein ganzer Tag verbringen. Das denke ich mir auch, als wir am Zippendorfer Strand mit originalem Ostsee-Sand entlangfahren. Hier möchte ich am liebsten sofort ins kühle Nass des Sees tauchen. Ganz in Gedanken versunken sind wir schon am Wirtshaus zur Eiche. Die Namensgeberin ist schon über 700 Jahre alt.


Auf der Crivitzer Chaussee kann ich alles bisher Gesehene Revue passieren lassen: Es ist Halbzeit der Stadtrundfahrt und 27 Höhepunkte der zweitältesten Stadt nördlich der Elbe habe ich gesehen. „Nur Lübeck ist zwei Jahre älter“, wie Frank Neugebauer erzählt.


Vom Stadtverkehr auf der Ludwigsluster Chaussee flüchten wir wieder ins Grüne Richtung Fauler See, der aufgrund seiner ruhigen Lage so heißt und bei Drachenbootlern beliebt ist.
Zwischendurch erhasche ich einen kurzen Blick auf den 138 Meter hohen Schweriner Fernsehturm.
Nach einem kurzen Halt an der Schleifmühle und der Freilichtbühne durchqueren wir erneut Gärten, bis wir schließlich das Finanzamt, eine ehemaligen Allierten-Kaserne passieren. Die Tour geht weiter zum Bertha-Klingberg-Platz, der nach einer 107-jährigen Ehrenbürgerin und Blumenfrau Schwerins benannt ist. Schon sind wir wieder beim Schloss. Davor findet sich auf dem Alten Garten das Mecklenburgische Staatstheater und das Staatliche Museum Schwerin. Ich bin überwältigt von den geballten Eindrücken, die ich bekomme. So auch vom Schiff der „Weißen Flotte“, die zur Insel Kaninchenwerder schippert. Nur wenige Augenblicke später fahren wir am Marstall vorbei, um uns noch Eindrücke der Schelfstadt Schwerins zu holen. Dort finden sich Reste der mittelalterlichen Stadtmauer, und ich lerne, dass auf dem Ziegenmarkt nur Fische verkauft wurden, und nie nachweislich Ziegen. Die eigentliche Stunde Fahrtzeit meiner Tour ist mittlerweile rum, doch wir haben unser Ziel noch nicht erreicht. Nach dem Justizministerium, dem Schleswig-Holstein Haus und der Schelfkirche geht es zurück ans Ostufer des Pfaffenteichs. Von der Second-Hand-Einkaufsmeile in der Friedrichstraße geht es in die Puschkinstraße zurück auf den Markt. Es ist 11:46 Uhr, die Tour ist zu Ende.


Überschlagen habe ich in etwas mehr als einer Stunde fast 50 kurze Eindrücke der schönsten Plätze, Gebäude und Attraktionen Schwerins gesammelt. Viele davon werden auch im neuen Reiseführer beschrieben. Für ganz MV nehme ich mir dann aber mehr Zeit.

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