Flüchtlinge : 49 Kinder abgeschoben

dpa_148d72008dd3d015
Foto:

Peter Ritter mahnt: Kurswechsel ist dringend erforderlich

svz.de von
26. März 2016, 09:00 Uhr

Die Linke mahnt im Interesse von Flüchtlingskindern Innenminister Lorenz Caffier (CDU) zu einer zurückhaltenderen Abschiebepraxis. Fast die Hälfte der im Januar nach Ablehnung der Asylanträge aus MV zurückgeschickten Flüchtlinge seien Kinder gewesen. „Hier ist ein Kurswechsel dringend erforderlich. Denn die Vermeidung von Kindeswohlgefährdungen muss oberste Priorität haben“, erklärte der Landtagsabgeordnete der Linken, Peter Ritter. Er reagierte damit auf die Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage seiner Fraktion. Daraus geht hervor, dass im ersten Monat dieses Jahres 108 abgelehnte Asylbewerber abgeschoben wurden. 49 waren Kinder. Die meisten Rückführungen gab es demzufolge in die Balkanstaaten Serbien (39), Mazedonien (29) und Albanien (24). Im Jahr 2015, dem Jahr mit dem bislang größten Flüchtlingszustrom, waren laut Schweriner Innenministerium 1200 abgelehnte Asylsuchende aus MM abgeschoben worden. Das waren doppelt so viele, wie jeweils in den beiden Jahren davor.

Kritisch äußerte sich Ritter auch zu Forderungen, die Liste sicherer Herkunftsländer zu erweitern. Die dabei angelegten Kriterien gingen oft an der Realität vorbei, kritisierte er. So würden im sicheren Herkunftsland Kosovo bewaffnete Konflikten nur durch die Anwesenheit ausländischer Soldaten, darunter Bundeswehrangehörige, verhindert. Auch Afghanistan sei bei weitem nicht sicher.

Alles rund um die aktuelle Flüchtlingsdebatte lesen Sie in unserem Dossier.

Liebe Leserinnen und Leser,
im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserer Webseite haben wir unter diesem Text die Kommentarfunktion deaktiviert. Leider erreichen uns zu diesem Thema so viele unangemessene, beleidigende oder justiziable Kommentare, dass eine gewissenhafte Moderation nach den Regeln unserer Netiquette kaum mehr möglich ist. Wir bitten um Verständnis.
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen