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Bomben-Entschärfung in Koblenz : 45 000 Bewohner verließen ihre Häuser

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Der Kampfmittelräumdienst hatte eine 1,8-Tonnen-Luftmine und eine 125 Kilo schwere Fliegerbombe am Rheinufer im Stadtteil Pfaffendorf entschärft. Bis gestern Morgen hatten 45 000 Koblenzer ihre Häuser verlassen müssen.

Koblenz | Gestern um 15.47 Uhr war in Koblenz die Gefahr einer Bombenexplosion vorbei: Der Kampfmittelräumdienst hatte eine 1,8-Tonnen-Luftmine und eine 125 Kilo schwere Fliegerbombe am Rheinufer im Stadtteil Pfaffendorf entschärft. Damit neigte sich eine der größten Evakuierungsmaßnahmen in der deutschen Nachkriegszeit dem Ende zu. Bis gestern Morgen hatten 45 000 Koblenzer ihre Häuser verlassen müssen. Mitarbeiter der Feuerwehr und des Ordnungsamtes zogen den Vormittag über von Haus zu Haus und klingelten. "Wir sind selbst überrascht, wie einsichtig die Koblenzer waren", sagte Feuerwehrsprecher Norbert Gras. Es mussten gerade einmal vier Türen vom Schlüsseldienst geöffnet werden. Drei Wohnungen waren leer, obwohl Licht brannte, in einer wohnte eine verwirrte Frau. "So wenig Aufbrüche hatten wir noch nie bei einer Evakuierung", sagte Gras.

Ab mittags durfte kein Schiff mehr den Rhein passieren, um 12.40 Uhr stand dann auch der Zugverkehr der Stadt auf beiden Seiten des Rheins still. Zudem sperrte die Polizei drei Bundesstraßen und blockierte die Zufahrten ins Gefährdungsgebiet.

Zwei Teams des Kampfmittelbeseitigungsdienstes begannen gegen 13.30 Uhr mit der Entschärfung der beiden Bomben. Drei Zünder wurden aus der Luftmine gedreht, nachdem sie trockengelegt worden war.

Die Bombenräumer brachten sich dabei in gut 100 Metern Entfernung hinter einem Haus in Sicherheit und entschärften die Sprengkörper mithilfe eines ferngesteuerten Apparats.

Der Zünder der wesentlich kleineren Fliegerbombe stellte die schwierigere Aufgabe dar. "Die Bombe ist durch den Aufprall verformt und der Zündmechanismus komplexer", erklärte Marco Ofenstein vom Kampfmittelbeseitigungsdienst. Doch auch diese Entschärfung klappte.

Außerdem stand am Nachmittag noch die Sprengung eines mit Chemikalien gefüllten Nebelfasses aus dem Zweiten Weltkrieg an, was von den Experten jedoch als relativ ungefährlich eingestuft wurde.

Die eingesetzten Sonderbusse aus den gefährdeten Stadtteilen wurden nur spärlich genutzt. Die Auffangstationen blieben weitgehend leer. Gerade einmal 500 Menschen ließen sich vom Deutschen Roten Kreuz in einer der sieben geöffneten Schulen betreuen.

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erstellt am 04.Dez.2011 | 07:35 Uhr

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