Urteil : 44 Monate Haft für Schweriner Kinderschänder

Weil er sich an der zehnjährigen Freundin seiner Tochter vergangen hat, muss ein 47-Jähriger ins Gefängnis.

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24. August 2015, 17:24 Uhr

Wegen schweren sexuellen Kindes-Missbrauchs hat das Landgericht Schwerin einen 47-jährigen Mann zu einer Haftstrafe von drei Jahren und acht Monaten verurteilt. Damit blieben die Richter am Montag nur knapp unter der Forderung der Staatsanwaltschaft, die für eine Gefängnisstrafe von drei Jahren und neun Monaten plädiert hatte. Der Mann war geständig. Zu Prozessbeginn hatten sich Richter, Ankläger und Verteidigung für den Fall eines glaubhaften Geständnisses auf einen Strafrahmen verständigt. Daher lag auch die Strafforderung der Verteidigung mit drei Jahren und sechs Monaten nahe am Urteil. Es ist noch nicht rechtskräftig.

Der aus Schwerin stammende Mann hat sich nach Überzeugung der Richter im vorigen Jahr von Sommer bis Oktober sechsmal an der damals zehnjährigen Freundin seiner Tochter vergangen. Vier Fälle stufte das Gericht als schweren sexuellen Missbrauch ein. Die Übergriffe sollen sich im Haus, vor allem aber an Badestränden ereignet haben. Das Mädchen hatte sich schließlich seiner Mutter offenbart. Sie erstattete im März Anzeige.

Vor Gericht hatte der nicht vorbestrafte Mann zunächst alle Vorwürfe abgestritten, dann jedoch die Taten eingeräumt. Den Sinneswandel bewirkte offenbar ein Rechtsgespräch unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Dabei war den Angaben zufolge der 47-Jährige mit einem Brief konfrontiert worden, den er aus der Untersuchungshaft an seine Tochter geschrieben hatte. Darin habe er Andeutungen gemacht, die sich mit den Vorwürfen aus der Anklage deckten, hieß es.

Daraufhin hatte der Angeklagte über seinen Anwalt erklären lassen, dass er die ihm zur Last gelegten Taten begangen habe. Dem inzwischen elfjährigen Opfer blieben somit Aussagen vor Gericht erspart.

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