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Mecklenburg-Vorpommern : 42 Flüchtlingskinder als vermisst gemeldet

vom
Aus der Onlineredaktion

Die meisten suchen Eltern, Verwandte oder Bekannte in anderen Städten

von
erstellt am 11.Sep.2017 | 21:00 Uhr

Immer wieder verschwinden minderjährige Flüchtlinge, die ohne Eltern nach Deutschland kommen. Aktuell hat die Polizei Mecklenburg-Vorpommerns keine Kenntnisse über den Aufenthalt von 42 unbegleiteten Flüchtlingskindern, die nach ihrem Verschwinden zumeist von Jugendämtern als vermisst gemeldet wurden, teilte das Landeskriminalamt (LKA) auf Anfrage unserer Redaktion mit. Die meisten von ihnen kommen aus Syrien, Afghanistan und Irak „Unter den 42 Gesuchten gelten 28 als Langzeitvermisste, da seit mehr als sechs Wochen nichts über ihren Verbleib in Erfahrung gebracht werden konnte“, sagte LKA-Sprecherin Anna Hermann. In Mecklenburg-Vorpommern leben insgesamt etwa 900 minderjährige Flüchtlinge ohne Eltern und werden von den Jugendämtern der Landkreise und kreisfreien Städte untergebracht und betreut.

Bei vermissten Minderjährigen gehe die Polizei grundsätzlich von einer Gefahr für Leib oder Leben aus, solange Erkenntnisse oder Ermittlungen nichts anderes ergeben, erklärte die LKA-Sprecherin.

Konkrete Erkenntnisse, dass ein Teil der vermissten minderjährigen Flüchtlinge Kriminellen in die Hände gefallen sein könnte, würden dem Bundeskriminalamt (BKA) allerdings nicht vorliegen, teilte die Behörde in Wiesbaden mit. Ausschließen könne man Einzelfälle allerdings nicht.

Mehrheitlich seien die Kinder und Jugendlichen vielmehr auf der Suche nach Eltern, Verwandten oder Bekannten in anderen deutschen Städten oder im Ausland, so das BKA. Sie melden sich nicht ab, wenn sie weiterziehen. Fast 10  000 minderjährige Flüchtlinge waren 2016 bundesweit als vermisst gemeldet worden. „Öfter kommt es vor, dass sie erneut in einem anderen Bundesland aufgegriffen und dort unter anderen Personalien neu registriert werden“, berichtete Rainer Becker, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Kinderhilfe.

Die Integrationsbeauftragte der Landesregierung, Dagmar Kaselitz (SPD), mahnte eine bessere Zusammenarbeit der Behörden an. „In diesen Fällen sind eine schnelle Information und ein schneller Austausch über vermisste Kinder und Jugendliche notwendig, um den Aufenthaltsort so rasch wie möglich zu klären“, sagte Kaselitz.


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