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Schlemmen zur Weihnachtszeit : 40 Produkte nur fürs Fest

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Weihnachten ist Schlemmerzeit – das wissen auch die kleinen Handwerksbetriebe im Land.

svz.de von
erstellt am 14.Dez.2015 | 12:00 Uhr

„Weihnachtszeit ist Schlemmerzeit, da sitzt der Euro bei vielen etwas lockerer“, weiß Fleischermeister Berthold Kaeding in Bad Sülze aus jahrelanger Erfahrung. Sein Familienbetrieb, den der 56-Jährige in der fünften Generation führt, ist der letzte in der Kleinstadt im Landkreis Vorpommern-Rügen.

In Mecklenburg-Vorpommern sind gerade noch 100 Fleischereibetriebe in der Handwerksrolle eingetragen. „Tendenz weiter fallend“, bilanziert der Geschäftsführer des Landesinnungsverbandes für das Fleischerhandwerk, Torsten Gebhard, und verweist auf den zunehmenden Wettbewerbsdruck durch Discounter. „Fleisch und Wurst auf den Titelseiten der allwöchentlichen Angebotsblätter, zumeist zu Preisen unter den Herstellungskosten, da kann kein Handwerker längerfristig mithalten. Es sei denn, er punktet mit regionalen Eigenkreationen, mit ausgefallenen Besonderheiten“, meint Gebhard.

Fleischermeister Kaeding hat allein für die Festtage 40 Produkte entwickelt, darunter „Wintertraum“, eine Leberwurst, verfeinert mit Boskop-Äpfeln und ausgesuchten Gewürzen. Seine Frau Sigrid näht mit Sattlernadel und stabilem Garn Gänsebrüste zusammen. Die finden Abnehmer in ganz Deutschland. Das Fleisch lag tagelang in einem hausgemachten Sud, wird luftgetrocknet und dann geräuchert, erläutert sie. Nachfrage besteht bei Hotels und Gastronomen der Spitzenklasse. Der Verkauf im eigenen Ladengeschäft und der Filiale im nahen Ribnitz-Damgarten allein rechne sich schon lange nicht mehr.

Ähnlich geht es der Familien-Konditorei Komander in Grammentin bei Stavenhagen. Von Oktober bis Weihnachten herrscht in der Baumkuchen-Manufaktur Hochbetrieb: Komanders produzieren Baumkuchen für Läden, Cafés und Warenhäuser in Berlin, die reißenden Absatz finden. „Werbung brauchen wir grad gar nicht“, sagt Chef Peter Komander. Eine Tonne pro Woche seien zuletzt ausgeliefert worden, das Doppelte könnte abgesetzt werden. Doch dazu reichen weder Kapazitäten noch Personal. Außerdem erwarten die Kunden noch andere weihnachtstypische Angebote wie verschiedene Stollen, Lebkuchen, oder Dominosteine. Sein Geld verdient der Familienbetrieb hauptsächlich in der zweiten Jahreshälfte, zuerst mit Urlaubern, dann mit dem Weihnachtsgeschäft.

Nur von der Kundschaft der Umgebung könnte die Konditorei nicht existieren, sagt Komander. Auch der Verkauf von Produkten allein reiche nicht. Komanders betreiben nebenher ein Café in einer alten Mühle, organisieren Musik und Tanz und liefern Hochzeits- und andere Festtagstorten aus.

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