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Mecklenburg-Vorpommern

16. Dezember 2017 | 19:56 Uhr

36 Tage bis zur Wahl - und noch alles drin

vom

svz.de von
erstellt am 16.Aug.2013 | 07:41 Uhr

Schwerin | Die gute Nachricht vorweg: Fünf Wochen vor der Bundestagswahl am 22. September ist für alle zwölf Parteien, die in Mecklenburg-Vorpommern im Kampf um die Macht in Berlin antreten, noch alles drin. In einer brandaktuellen Umfrage unserer Zeitung, für die das Meinungsforschungs institut 750 Mecklenburger-Vorpommern in der vergangenen Woche befragte, zeigten sich über die Hälfte der Wähler noch unentschlossen. 53 Prozent der Bürger sagen in der repräsentativen Umfrage, dass sie entweder nicht zur Wahl gehen oder sich noch nicht für eine Partei entschieden haben.

Linke und FDP weit unter den Erwartungen

"Prima! Dann können wir ja in der nächsten Woche mit dem Wahlkampf anfangen", freute sich FDP-Generalsekretär Thomas Heldberg. Allerdings hat es seine Partei auch bitter nötig, mit dem Wahlkampf zu beginnen. Mit mageren zwei Prozent in der Sonntagsfrage zur Bundestagswahl empfehlen sich die Liberalen in Mecklenburg-Vorpommern nicht gerade als Koalitionspartner von Angela Merkels CDU. Und zu den 14,9 die Guido Westerwelle 2009 bundesweit erzielte, ist auch noch mächtig Luft. Damals erreichte die FDP in MV übrigens 9,8 Prozent Wählerstimmen.

Auch die Linkspartei schneidet in unserer Umfrage weit unter den Erwartungen ab. Bei der letzten Bundestagswahl brachte die Linke satte 29 Prozent der Wähler in MV hinter sich und lief als zweiter Sieger hinter der CDU (33,1 Prozent) ein. Freuen kann sich hingegen die SPD. Die Sozialdemokraten mit ihrem Landeschef Erwin Sellering überzeugten 2009 mal gerade 16,8 Prozent der Wähler. Dass sie jetzt an der Linkspartei vorbeiziehen und mit 24 Prozent Wählerpotenzial sogar das SPD-Ergebnis der jüngsten bundesweiten Umfrage von Emnid erreichen, dürfte eine kleine Sensation sein. Bundesweit stehen die anderen Parteien nach Befragungen der Bielefelder Meinungsforscher wie folgt da: Union 40 Prozent, SPD 24 Prozent, Grüne 12, Linke 8, FDP 6, Piraten 4 und die Alternative für Deutschland ein Prozent.

Differenz zwischen Land und Bund riesig

Ganz anders als die Bundestagsergebnisse fällt die Sonntagsfrage zum Wahlverhalten bei Landtagswahlen aus. Geradezu konträr liegt im Land die SPD vor der CDU und der Linkspartei in der Gunst der Wähler. "Es gibt kein Bundesland, in dem die Differenz zwischen Bund und Land so riesig ist", sagt Klaus-Peter Schöppner, Geschäftsführer von TNS Emnid. Er führt das schlechte Abschneiden der CDU und das gute Resultat der SPD auf die Arbeit der hiesigen Regierungskoalition unter Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD) zurück. Große Koalitionen zahlen sich in der Regel vor allem für den größeren Regierungspartner aus.

Allerding sieht Emnid-Chef Schöppner im konträren Abschneiden zwischen Land und Bund auch ein Mobilisierungsproblem der SPD. "Wenn der Wähler mit der Landes-SPD zufrieden ist, aber mit der Bundes-SPD offenbar nicht warm wird, dann ist er unentschlossen, was er wählen soll", so Schöppner aus Erfahrung.

Sieht man hinter die Zahlen zur Bundestagswahl, dann hat die SPD besonders bei den jüngeren Wählern ein Problem. Nur 15 Prozent der 30- bis 44-Jährigen würden die Partei wählen. Die CDU kommt hingegen bei den Jungen besonders gut an: 47 Prozent Zustimmung! Mit zunehmenden Alter sinkt die Begeisterung. Für Schöppner ein Zeichen, dass es quasi noch keinen Wahlkampf gibt. Die CDU kämpfe nicht und die SPD könne mit ihren Themen nicht punkten.

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