Zwei Festnahmen : 36-Jähriger ins Koma geprügelt

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 Fahndungserfolg nach Raub in Ludwigslust  Einer der beiden Tatverdächtigen legt Geständnis ab

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01. März 2014, 08:00 Uhr

Nach wochenlangen Ermittlungen konnten Fahnder offensichtlich ein schweres Verbrechen in Ludwiglust aufklären: Die Polizei nahm zwei Jugendliche fest, die in der Nacht zum 19. Januar einen 36 Jahre alten Ludwigsluster misshandelt und beraubt haben sollen, bestätigte gestern Stefan Urbanek, Sprecher der Schweriner Staatsanwaltschaft gegenüber unserer Redaktion. Das Opfer erlitt bei dem Überfall so schwere Kopfverletzungen, dass es seitdem im Krankenhaus im Koma liegt.

Bei den Jugendlichen soll es sich um zwei Ludwigsluster im Alter von 19 und 18 Jahren handeln. „Wir ermitteln gegen die beiden Beschuldigten wegen Raubes und schwerer Körperverletzung“, sagte Stefan Urbanek. Sie seien wegen mehrerer anderer Delikte seit längerem polizeibekannt. Der 19-Jährige habe die Tat inzwischen zugegeben und den 18-Jährigen mit seinen Aussagen belastet, hieß es. Über Haftanträge will die Staatsanwaltschaft erst noch entscheiden.

In jener Nacht kam der 36-Jährige gegen 3 Uhr von einer Party und soll in der Nähe seiner Wohnung in der Ludwigsuster Schlossstraße auf die mutmaßlichen Täter getroffen sein. Nach bisherigen Erkenntnissen sei es zu einer verbalen Auseinandersetzung gekommen, in deren Folge das alkoholisierte Opfer zusammengeschlagen und offensichtlich auch getreten wurde.

Ein Nachbar berichtete später, dass er Lärm vor dem Haus gehört habe. Als er aus dem Fenster sah, habe er am Hauseingang den Verletzten am Boden liegen gesehen und ihn anschließend bis zu dessen Wohnung gebracht.

Der Zeuge habe auch gesehen, wie zwei junge Männer in Richtung Schloss gingen und an einem Geländer am Kanal stehen blieben. Ob es sich bei den Männern um die beiden Festgenommenen oder aber um mögliche Zeugen handelt, ist Gegenstand der Ermittlungen. Am Tag darauf verschlechterte sich der Gesundheitszustand des Opfers rapide, sodass der Mann ins Krankenhaus gebracht wurde. Seitdem liegt er im Koma, sein Zustand ist kritisch, hieß es.

Der 36-Jährige konnte Angehörigen in der Tatnacht noch erzählen, dass er geschlagen wurde. Auch die Ärzte im Krankenhaus bezweifelten gleich, dass der Mann sich seine Verletzungen bei einem Sturz zugezogen haben könnte.

Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen die Jugendlichen auch wegen Raubes, weil seit der Tat das Portmonee des Opfers verschwunden ist. Ermittler nehmen an, dass die Beschuldigten die Geldbörse stahlen. Möglich, dass sie das Geld herausgenommen und das leere Portmonee in den Kanal geworfen haben. Nachdem bereits wenige Tage nach der Tat Polizeitaucher vergeblich auf dem Grund des Ludwigsluster Kanals nach dem Beweismittel gesucht hatten, kamen gestern erneut Taucher zum Einsatz. Die Suche blieb allerdings wieder erfolglos.

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