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330 Polizisten aus MV müssen Castor-Transport schützen

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erstellt am 19.Nov.2011 | 11:48 Uhr

Schwerin/Hannover | Zur Absicherung des Castor-Transportes aus Frankreich nach Gorleben werden in der kommenden Woche 330 Polizeibeamte aus Mecklenburg-Vorpommern nach Niedersachsen abkommandiert, teilte das Schweriner Innenministerium auf Anfrage unserer Redaktion mit. Dabei werden nicht nur Züge der Bereitschaftspolizei, sondern auch Einsatzeinheiten aus den Polizeiinspektionen die niedersächsischen Sicherheitskräfte unterstützen.

"Eine enorme Mehrbelastung für die Landespolizei", sagte gestern Michael Silkeit, Landesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP). Bereits an diesem Wochenende sind 1500 Polizeibeamte beim brisanten Nordderby zwischen den Fußballclubs Hansa Rostock und St. Pauli im Einsatz. Nach dem Stellenabbau der vergangenen Jahre habe das Land zu wenig Polizeibeamte für die Absicherung mehrerer Großereignisse, so Silkeit.

Den Transport der elf Castoren mit radioaktivem Müll aus der nordfranzösischen Aufbereitungsanlage La Hague in das Zwischenlager Gorleben startet am 24. November und soll von insgesamt von 19 000 Polizeibeamten geschützt werden. 11 000 von ihnen kommen aus den Ländern, 8000 von der Bundespolizei.

Zur Großdemonstration am 26. November, dem Tag der geplanten Ankunft in Dannenberg, erwarten Atomkraftgegner mehrere zentausend Teilnehmer. Bundesweit wurden bereits mehr als 170 Busse gechartert. Das Schweriner Innenministerium geht davon aus, dass auch zahlreiche Demonstranten aus Mecklenburg-Vorpommern im benachbarten Wendland an Protestaktionen teilnehmen werden. "Über deren Anzahl liegen dem Innenministerium allerdings keine Erkenntnisse vor", sagte ein Ministeriumssprecher.

Insgesamt erwarte man gegen den Castor-Transport etwas weniger Aktivitäten als im vergangenem Jahr, in dem zwischen 25 000 und 50 000 Menschen demonstriert hätten, sagte Polizeieinsatzleiter Friedrich Niehörster. Das Potenzial an Extremisten unter den Demonstranten werde "vielleicht bei 300" liegen. Hinzu kämen noch "eventorientierte Demonstranten", die zu zahlreichen Aktionen bereit seien.

Die Vorsitzende der Bürgerinitiative (BI) Lüchow-Dannenberg, Kerstin Rudek, erteilt Gewalt gegen Personen eine Absage: "Es gibt viele verschiedene Protestformen. Dabei ist nie ein Mensch gefährdet worden und das wird auch in Zukunft so sein", sagte sie. Mehr als 20 Anwälte wollen den Castortransport nach Gorleben als Rechtsbeistände der Protestbewegung begleiten.

Nach Ansicht der GdP ist die Situation in diesem Jahr schwer einzuschätzen. "Es könnte sein, dass der beschlossene Atomausstieg die Gemüter etwas beruhigt hat", sagte GdP-Vorsitzender Silkeit.

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