Flüchtlinge in MV : 3000 Euro je Wohnung

 Die Sammelunterkünfte sind weitgehend gefüllt. Nun wird nach leerstehenden Wohnungen gesucht.
Die Sammelunterkünfte sind weitgehend gefüllt. Nun wird nach leerstehenden Wohnungen gesucht.

Landesregierung plant Hilfen für Flüchtlings-Unterkünfte. Schläger prügeln in Wismar auf Flüchtlinge ein

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02. November 2015, 08:00 Uhr

Die Landesregierung in Schwerin will den kommunalen Wohnungsunternehmen und Genossenschaften bei der Bereitstellung von Wohnungen für Flüchtlinge finanziell unter die Arme greifen. Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU) plädiert dabei für Beihilfen von bis zu 3000 Euro je leerstehender Wohnung. „Ob das Geld als Darlehen oder als direkter Baukostenzuschuss ausgereicht wird, darüber wird derzeit noch gesprochen“, sagt er.

Als sicher gelte jedoch, dass für zunächst 500 Wohnungen im Land noch für dieses Jahr die Zusicherung erfolgen wird. „Das Thema soll im November im Finanzausschuss des Landtags beraten und das Geld dann freigegeben werden“, kündigte Glawe an. Seinen Angaben zufolge hatte eine Umfrage unter den Wohnungsunternehmen in MV ergeben, dass etwa 8000 leerstehende Wohnungen relativ rasch für eine Nutzung hergerichtet werden könnten. Die Hälfte der förderfähigen Sanierungskosten könne das Land übernehmen. Voraussetzung seien Mieten im gesetzlichen Rahmen und eine mindestens dreijährige Bindung.

Kreise und Kommunen haben Asylbewerber bislang vor allem in Sammelunterkünften untergebracht. Als zusätzliche Unterbringungsmöglichkeiten werden laut Glawe ungenutzte Mietwohnungen angeboten. Allerdings sei der Leerstand regional sehr unterschiedlich. In Rostock oder Waren etwa gebe es derzeit kaum Wohnungs-Leerstand.

In Mecklenburg-Vorpommern sind seit Jahresbeginn mehr als 15 000 Flüchtlinge registriert worden. Innenminister Lorenz Caffier (CDU) rechnet 2015 mit bis 25 000 Flüchtlingen im Nordosten.

Am vergangenen Wochenende kam es vor einer Notunterkunft in Wismar zu einem Übergriff auf zwei Syrer. Sie wurden von 20 vermummten Schlägern krankenhausreif geprügelt. Wie die Polizei in Rostock gestern erklärte, standen die beiden Männer am Sonnabendabend vor ihrer Unterkunft, als sie auf einmal angegriffen wurden. Die Täter bedrängten die Flüchtlinge und gingen mit Baseballschlägern auf sie los. Die Opfer kamen ins Krankenhaus. Die Schläger verschwanden in der Dunkelheit.

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