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Medical Task Force in Schwerin : 300 Verletzte – 1000 Helfer

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

DRK inszeniert zeitgleich in Schwerin, Neustrelitz und Mukran Zugunglücke mit je einhundert Betroffenen

svz.de von
erstellt am 23.Mai.2016 | 08:00 Uhr

Nach einem schweren Zusammenstoß steht der Zug still. Von draußen hört man die Schreie der Verletzten, die um Hilfe rufen. Zumindest derer, die nicht bewusstlos sind. Zum Glück ist das schreckliche Zugunglück am Sonnabend nichts weiter als eine Übung der Medical Task Force (MTF). Eine DRK-Einsatzgruppe, die die Einheiten des Rettungsdienstes und des Katastrophenschutzes unterstützen soll.

Mit 1000 Einsatzkräften übten die Gruppen in Schwerin, Neustrelitz und Mukran zeitgleich den Ernstfall. Es war das erste große Manöver, das die Eingreifgruppen seit ihrer Gründung 2013 absolviert haben. Das Szenario: Nach einem Zugunglück müssen 50 Betroffene ohne Verletzungen und 50 Leicht- und Schwerverletzte zu den Behandlungsplätzen transportiert und versorgt werden. Von offenen Knochenbrüchen über Milzrupturen bis hin zum Schädelhirntrauma ist alles dabei. Einige Verletzte sind bei Bewusstsein und ansprechbar, andere nicht. Welche Symptome die Verletzten haben, erfahren die Rettungskräfte von kleinen Kärtchen und den geschminkten Wunden.

Bundesweit gibt es derzeit 61 MTF-Stützpunkte, drei davon in Mecklenburg-Vorpommern. Im Fall einer Katastrophe werden die Retter per SMS alarmiert und richten Behandlungsplätze mit Versorgungszelten ein. Gearbeitet wird deutschlandweit nach einem einheitlichen System. „Das ist das Besondere. Wenn eine Gruppe nicht mehr einsatzfähig ist, kann eine andere aus Berlin beispielsweise kommen“, sagt Dr. Dirk Killermann, Abteilungsführer der Medical Task Forces in MV. „Die brauchen nicht erst fragen, wo etwas ist oder wie der Ablauf ist. Sie wissen es, weil es bei ihnen genauso läuft. Die Behandlungsplätze sind gleich aufgebaut, die Versorgungszelte gleich eingerichtet.“

„Wir brauchen noch Helfer, Ärzte und Einsatzwagen“, erklärte Matthias Schubert, MTF-Referent in MV. „Bis 2020 soll der Aufbau aber abgeschlossen sein.“ Jede Einheit ist mit je 21 Fahrzeugen ausgestattet, darunter je sechs Kranken- und sieben Sanitätsgerätewagen mit moderner Medizintechnik und Digitalfunk. Derzeit sind etwa 200 ehrenamtliche Helfer, darunter zirka zwölf Ärzte, in den drei Landesstützpunkten in Grevesmühlen, Neustrelitz und Grimmen-Bartmannshagen engagiert. Eine optimale Besetzung sieht jedoch 270 Helfer mit rund 40 Ärzten vor. „Unsere Einsatzkräfte sind nicht ausschließlich Rettungssanitäter und Ärzte. Sie kommen aus allen Berufen und werden dann von uns geschult“, sagte Dr. Killermann. Die Übungen am Sonnabend waren schon mal erfolgreich.

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