Landgericht Stralsund : 28-Jähriger gesteht Tötung des Stiefvaters

Justizbeamte bringen den Angeklagten  zur Verhandlung <foto>dpa</foto>
Justizbeamte bringen den Angeklagten zur Verhandlung dpa

Der Stiefvater soll seine Töchter vergewaltigt haben. Deshalb wollte ihn der Stiefsohn zur Rede stellen. Nun muss er sich wegen Mordes an seinem Vater vor dem Stralsunder Landgericht verantworten - und er gesteht.

svz.de von
18. Juni 2012, 07:02 Uhr

Stralsund | Im Mordprozess um den gewaltsamen Tod eines 55-jährigen Mannes aus Wusterhusen (Vorpommern-Greifswald) hat der 28-jährige Stiefsohn die Tötung eingeräumt. Der Braunschweiger gestand gestern vor dem Stralsunder Landgericht, am 7. Januar 2012 zusammen mit einem 27-jährigen Mitangeklagten in das Haus seines Stiefvaters eingedrungen zu sein. Dort habe er ihm erst mehrfach mit einem Schlagstock auf den Kopf gehauen und ihn dann mit einem Messer getötet. Zugleich stritt er aber ab, die Tat zuvor geplant zu haben.

"Ich wollte meinen Stiefvater zur Rede stellen", sagte er. Als Kind habe er miterleben müssen, wie sein Stiefvater seine beiden Stiefschwestern vergewaltigt habe, sagte er. "Meine Schwester hat geweint und geschrien, wenn er über sie hergefallen ist." Noch bevor er zehn war, verließ seine Mutter zusammen mit ihm und seinen Geschwistern den Ort und zog nach Niedersachsen.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem 28-Jährigen Mord vor, weil er heimtückisch und aus niederen Beweggründen seinen Stiefvater getötet haben soll. Das Opfer war 1995 vom Vorwurf des sexuellen Missbrauchs freigesprochen worden. Dem Mitangeklagten - ein Bekannter des mutmaßlichen Haupttäters - wirft die Staatsanwaltschaft gefährliche Körperverletzung mit Todesfolge vor.

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