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Hotline für MV : 265-mal Gefahr für Kindeswohl gesehen

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Hotline in zurückliegenden Monaten häufig genutzt. Die Anrufe kommen meist aus dem Umfeld

svz.de von
erstellt am 21.Aug.2017 | 05:00 Uhr

Vernachlässigt, misshandelt, missbraucht: In 265 Fällen meldeten sich im vergangenen Jahr Anrufer bei der Kinderschutzhotline Mecklenburg-Vorpommern mit ganz konkreten Vermutungen, dass das Wohl von Kindern gefährdet sein könnte. Insgesamt klingelte es an der Hotline 2016 sogar 533-mal, weiß Carsten Spies, der Landesgeschäftsführer des Kinderschutzbundes, der sich auf Zahlen aus dem Landesamt für Gesundheit und Soziales beruft. 181 Anrufer ersuchten demnach um Auskünfte, 87-mal wurde missbräuchlich angerufen. Von den Meldungen seien insgesamt 423 Kinder betroffen gewesen, so Spies. In den Fällen, in denen Angaben zum Geschlecht gemacht wurden, ging es häufiger um Jungen als um Mädchen. 23-mal wurden Wiederholungsmeldungen registriert. In 15 Fällen wurde um Inobhutnahme von Kindern oder Jugendlichen gebeten, in zwei Dritteln der Fälle von Eltern, aber auch fünfmal von den Kindern selbst.

Für Sozialministerin Stefanie Drese (SPD) ist der Schutz von Kindern und Jugendlichen vor physischer und seelischer Gewalt „eine der elementarsten gesamtgesellschaftlichen Aufgaben“. Die rund um die Uhr erreichbare Hotline sei ein wichtiger Beitrag, um entschlossen zu handeln, wenn es Hinweise auf eine Kindeswohlgefährdung oder Kindesmisshandlung gibt, „aber auch, um Hilfe für Menschen in Krisensituationen zu organisieren“. Dabei sollen die Mitarbeiter der Hotline nicht die Arbeit von Polizei und Jugendamt ersetzen. „Sie machen ein niederschwelliges zusätzliches Angebot“, so die Ministerin.

Auch im ersten Halbjahr 2017 musste dieses Angebot bereits vielfach genutzt werden: Bis zum 30. Juni gingen 125 Meldungen und 88 Auskunftsersuchen ein.

Bereits seit Februar 2008 wird die Kinderschutzhotline mit der für Anrufer kostenlosen einheitlichen Rufnummer 0800 14 14 007 als zusätzliches Angebot vom Land finanziert. Allein 2016 flossen in die Not-Kontaktstelle Haushaltsmittel in Höhe von 128 564,46 Euro. Angesiedelt ist sie bei der gemeinnützigen Gesellschaft für Kinder- und Jugendhilfe des Arbeiter-Samariter-Bundes in Rostock. Dort werden Meldungen über mögliche Kindeswohlgefährdungen von qualifizierten Fachkräften aufgenommen, dokumentiert und unverzüglich an die Jugendämter weitergeleitet. Nach Angaben des Sozialministeriums waren es seit Inbetriebnahme der Hotline bis zum 30. Juni dieses Jahres insgesamt 2930 Meldungen, die weitergeleitet wurden. Die meisten kamen aus dem persönlichen Umfeld. Knapp die Hälfte der Hinweisgeber wandten sich anonym an die Hotline.

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