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DLRG-Report : 25 Menschen ertrunken: Seen besonders gefährlich

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Im Gegensatz zum Bundestrend ist die Zahl der Ertrunkenen im Nordosten leicht gesunken. Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft sieht trotzdem keinen Grund zur Entwarnung. Vor allem in Binnengewässern lauern Gefahren.

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erstellt am 16.Mär.2017 | 17:24 Uhr

In Mecklenburg-Vorpommern sind im vergangenen Jahr 25 Menschen ertrunken. Das waren zwei weniger als im Jahr davor, wie die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) am Donnerstag im niedersächsischen Bad Nenndorf mitteilte. Bundesweit seien 537 Menschen ertrunken - 49 mehr als 2015. Zurückzuführen sei der negative Trend auf den vielerorts relativ schönen Sommer. Laut DLRG-Statistik ertranken allein 220 Menschen in den Sommermonaten Juni bis August.

Für eine moderne Gesellschaft sei diese Bilanz nicht akzeptabel, hieß es. Nötig sei mehr Sicherheit, vor allem an den Binnengewässern. In Flüssen, Bächen, Seen und Teichen ertranken demnach bundesweit 406 Menschen, an den Küsten von Nord- und Ostsee lediglich 26 - 20 in der Ostsee und 6 in der Nordsee. An den Küsten zahle sich aus, dass in fast allen Badeorten Rettungsschwimmer für mehr Sicherheit im und am Wasser sorgen. Laut DLRG sollte außerdem darauf geachtet werden, dass die Kinder besser schwimmen lernen.

Die Linke im Schweriner Landtag sieht sich in ihrer Kritik von der DLRG bestätigt. „Meine Fraktion fordert seit langem, dass kostenfreier Schwimmunterricht an den Grundschulen des Landes gesichert werden muss“, sagte die Fraktionsvorsitzende Simone Oldenburg. Gebühren für die Schwimmhallennutzung und der oft nötige Bus für die weiten Wege erschweren es Schulen im ländlichen Raum, kontinuierlich Schwimmunterricht anzubieten. Oldenburg forderte auch mehr Wachtürme an den Binnenseen und eine bessere finanzielle Ausstattung der Wasserretter. „Es ist ein Unding, dass sie für ihre Ausrüstung auf Spenden angewiesen sind“, sagte die Politikerin.

Das Gesundheitsministerium in Schwerin betonte, dass laut Rettungsdienstgesetz die Kommunen die Badeaufsicht sicherstellen müssen. Eine Sprecherin verwies auch auf eine Vereinbarung zwischen dem Land, dem Landkreis Rostock und der Bundespolizei-Fliegerstaffel Blumberg zur luftunterstützten Wasserrettung. Sie sei im vergangenen Jahr geschlossen worden und sehe die Rettung von Menschen vor, die auf den Binnenseen der Mecklenburgischen Seenplatte in Not geraten.

Dazu gehöre die Suche nach Betroffenen und bei Bedarf das Absetzen eines Rettungsschwimmers, um gefährdete Menschen ans Ufer zu bringen.

 

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