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25-Jährige erleidet 2010 ähnliches Schicksal

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erstellt am 18.Okt.2012 | 09:55 Uhr

Schwerin | Die Entführung von Rebecca in Rostock ist leider kein Einzelfall. Das Martyrium von Natascha Kampusch sorgte weltweit für Aufsehen. Im Jahr 1998 wurde die damals zehnjährige Österreicherin von einem Arbeitslosen in Wien entführt und mehr als acht Jahre gefangen gehalten. Erst 2006 im Alter von 18 Jahren konnte sie fliehen.

In Norddeutschland wurde im Juni 2010 die damals 25-jährige Anne H. entführt, vergewaltigt und mehrere Tage gefangengehalten. Verloren hatte sich die Spurder der jungen Arzthelferin nach einem Besuch bei ihrem Ex-Freund in Schwerin, wo sie selbst vier Jahre lang gelebt hat. Letztes Lebenszeichen war eine Handy-Textnachricht an ihren ehemaligen Freund, die sie auf der Zugfahrt zu ihrer Familie im schleswig-holsteinischen Bargteheide abgeschickt hatte.

Später ergaben die Ermittlungen, dass die 25-Jährige dort den Bahnhof verlassen hatte und zu Fuß auf dem Weg zum Wohnhaus ihres Vaters war. Als sie an einem weißen Transporter vorbei kam, stand die Seitentür des Wagens offen. Plötzlich wurde die junge Frau von einem Mann gepackt, ins Wageninnere gezerrt und dort eingesperrt. Der 49-jährige Andreas K. fesselte sie und verband ihr die Augen. Anschließend fuhr er mit Anne zu sich nach Hause und sperrte sie dort in seinem Schlafzimmer ein.

"Er hielt sein Opfer gefangen und missbrauchte es", sagte eine Polizeisprecherin damals. Nach einer Woche ließ Andreas K. sein Opfer frei. "Sie hat unvorstellbar Grausames erleiden müssen, aber sie lebt", hatte die Mutter der 25-Jährigen damals auf einer Internetseite geschrieben, die für die Suche eingerichtet worden war. "Das ist ein großes Wunder und Geschenk."

Wenige Tage nach der Freilassung nahm sich der 49-Jährige in seinem Haus das Leben. Er hinterließ einen Abschiedsbrief.

Später stellte sich nach einer DNA-Analyse heraus, dass Andreas K. bereits 25 Jahre zuvor eine Frau überfallen, missbraucht und getötet hatte. Nach dem Selbstmord des Mannes Ende Juni hatten die Beamten seine DNA gesichert und in eine zentrale Datenbank eingegeben. Dabei stellten sie fest, dass sein Genmuster zu einem Mordfall aus dem Jahr 1985 passt.

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