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Ausländische Straftäter : 24 Kriminelle an Dänemark übergeben

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Generalstaatsanwalt in MV bearbeitet so viele Auslieferungsverfahren wie noch nie

von
erstellt am 22.Aug.2014 | 08:00 Uhr

Kriminelle aus dem Ausland können sich in Mecklenburg-Vorpommern nicht sicher fühlen. Immer häufiger werden Tatverdächtige auf Antrag ausländischer Ermittlungsbehörden ausgeliefert. 67 Auslieferungsverfahren wurden im vergangenen Jahr von der Generalstaatsanwaltschaft in Rostock bearbeitet. Davon endeten 56 Verfahren mit der Übergabe des Beschuldigten, teilte Christine Busse, Leitende Oberstaatsanwältin bei der Generalstaatsanwaltschaft auf Anfrage unserer Redaktion mit.

Vor fünf Jahren waren es noch 21 Auslieferungsverfahren und im Jahr 2011 mit 51 bereits mehr als doppelt so viele. Ermittler führen die Steigerung auf effektivere Fahndungsmethoden und bessere Kontaktmöglichkeiten zwischen den Behörden zurück. Spektakulärster Fall der vergangenen Jahre: Im Oktober 2011 nahm die Polizei im Dorf Useriner Mühle (Mecklenburgische Seenplatte) Frank H. fest. Der Amerikaner soll 2000 in den USA seine eigene Tochter mehrfach missbraucht haben und wurde mit internationalem Haftbefehl gesucht. Sein Opfer konnte ihn mit Hilfe des Internets aufspüren. Der Mann, der unter falscher Identität in Mecklenburg lebte, wurde 2012 ausgeliefert und ist inzwischen in den USA zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt worden.

In einem anderen Fall wurde ein norwegischer Staatsangehöriger seit 2012 mit Haftbefehl von den norwegischen Behörden wegen der Einfuhr von Dopingmitteln gesucht. Im Mai 2013 erfolgte in Mecklenburg-Vorpommern die Festnahme und im Juli 2013 wurde der Mann am Flughafen Hamburg den Ermittlern aus Norwegen übergeben.

Die meisten Auslieferungsfälle sind weniger spektakulär. Meistens geht es um Diebstahl und Hehlerei. „Das häufigste Auslieferungsland ist Dänemark“, sagte Oberstaatsanwältin Busse. 24 Personen wurden den dänischen Behörden im vergangenen Jahr übergeben. Polen steht mit 11 Auslieferungen an zweiter Stelle.

Doch längst nicht allen Anträgen wird entsprochen. Beispielsweise wird generell nicht nach Afghanistan, Usbekistan, Kuba oder Nordkorea ausgeliefert. Deutsche Staatsbürger dürfen zudem nur den Behörden aus EU-Staaten zur Strafverfolgung übergeben werden. Zwei Staatsanwälte sind in Rostock mit Auslieferungsverfahren beschäftigt.

 

 

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