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Prozess in Stralsund : 23 Messerstiche: Zehn Jahre Haft gefordert

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Angeklagter soll einen Mann mit 23 Messerstichen getötet haben

Im Prozess um den gewaltsamen Tod eines aus Indien stammenden Mannes in Stralsund hat die Staatsanwaltschaft gestern zehn Jahre Haft für den 35-jährigen Angeklagten wegen Totschlags gefordert. Die Anklage sah es als erwiesen an, dass der aus Tschetschenien stammende Tatverdächtige den 42-Jährigen am 24. Dezember in dessen Wohnung mit 23 Messerstichen getötet hat, wie ein Gerichtssprecher sagte.

Der Prozess am Stralsunder Landgericht beruht weitgehend auf Indizien, da es keine direkten Tatzeugen gegeben hatte. Die Verteidigung forderte einen Freispruch. Aus ihrer Sicht reichten die Indizien nicht aus. Der Angeklagte hatte im Verfahren geschwiegen. Das Urteil soll heute verkündet werden.

Als belastend für den Angeklagten sah die Staatsanwaltschaft die gefundenen DNA-Spuren des Tatverdächtigen unter dem Fingernagel des Opfers an. Bei einer späteren Wohnungsdurchsuchung wurden Laptop und Handy des Opfers beim Angeklagten gefunden.

Zudem hatte ein Zeuge ausgesagt, dass er am frühen Nachmittag des Heiligabends zusammen mit dem späteren Opfer und dem Tatverdächtigen zusammengesessen habe. Dann sei er aus der Wohnung gegangen, um einem anderen Bekannten zu besuchen. Als er nach wenigen Stunden zurückkam, habe sein Freund die Wohnungstür nicht mehr geöffnet.

Die blutüberströmte Leiche mit aufgeschnittener Kehle und zahlreichen Stichen in der Brust war erst sechs Tage nach dem Gewaltverbrechen gefunden worden. Der Bruder des Mannes hatte das Opfer als vermisst gemeldet.

Martina Rathke

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