Gestüt Ganschow : 200 Pferde und ein Jubiläum

Ein erst wenige Tage altes Fohlen schaut mit seiner Mutter aus einer der Pferdeboxen im Gestüt in Ganschow.   Fotos: Jens Büttner
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Ein erst wenige Tage altes Fohlen schaut mit seiner Mutter aus einer der Pferdeboxen im Gestüt in Ganschow. Fotos: Jens Büttner

Gestüt Ganschow feiert 20-jähriges Betriebsbestehen auch bei Stutenparaden im Juli. Lange Zuchttradition und neue Tourismusangebote

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10. Juni 2015, 20:45 Uhr

Das Gestüt Ganschow steckt mitten in den Vorbereitungen für das Großereignis des Jahres: Am 5., 12. und 18. Juli präsentiert Inhaber Friedhelm Mencke zum 19. Mal die Ganschower Stutenparaden. Das Programm mit 20 Schaubildern verspricht wieder nicht nur für Pferdefreunde eine Augenweide zu werden. 200 Pferde werden wieder im Einsatz sein. Und bei jeder Parade wird erneut ein Fohlen verlost.

Gleichzeitig feiert Mencke sein 20-jähriges Betriebsjubiläum. „Als ich das Gestüt am 1. Juli 1995 übernommen und privatisiert habe, haben mir viele gesagt, dass ich maximal zwei Jahre überleben werde. Deshalb bin ich heute besonders stolz“, sagt er. Heute ist das Gestüt mit seiner Zuchtspezialisierung auf Mecklenburger und Trakehner, einem Pferdebestand von 300 Tieren, 150 Hektar Weideland sowie 150 Hektar Ackerland das größte seiner Art in MV. 44 Fohlen wurden in diesem Jahr bereits geboren.

Das 20. Jubiläum wird auch bei den Stutenparaden im Mittelpunkt stehen. Zwei Zehnerzüge mit insgesamt 20 Pferden werden am Anfang auf das Jubiläum aufmerksam machen. Bei den „Grandes Dames des Gestüts“ werden Stuten vorgeführt, die schon 20 Jahre im Gestüt sind und seit 20 Jahren Fohlen geboren haben. Und schließlich gibt es ein Extra-Jubiläumsschaubild mit Mecklenburger Pferden und zwölf Kutschen. „Neu sind die Springwunder“, so der Gestütsinhaber. „Einer unserer Reiter wird gegen ein Lama antreten. Es ist unglaublich, wie diese Biester springen können.“

Ganschow sieht auf mehrere Jahrhunderte Zuchttradition zurück. Zu DDR-Zeiten galt das Gestüt bei Güstrow mit mehr als 600 Pferden als größtes seiner Art in Europa. Die mit dem gekrönten „M“ gebrannten Warmblüter – das 1972 untersagte Brandzeichen wird seit 1990 wieder verwendet – sollen besonders gutartig, charakterstark und ausdauernd sein, wie Mencke erklärte. Als Beleg für züchterische Erfolge führte Mencke 28 gekrönte Ganschower Hengste in den letzten 20 Jahren an. Das Gestüt verkauft pro Jahr 60 bis 70 Tiere im In- und Ausland.  Derzeit seien teure, gut trainierte Zuchtpferde besonders gefragt. Rösser aus Ganschow gingen bereits nach Dänemark, in die Schweiz, die Niederlande, nach Luxemburg sowie nach China und in die USA. Darüber hinaus werde das Unternehmen zunehmend im Tourismus aktiv. Kinder können in der Mecklenburger Fohlenstube ihre Ferien verbringen und reiten lernen. Reisegruppen erhalten Führungen durchs Gestüt und können Kutschfahrten unternehmen. Für Familien stehen Ferienwohnungen direkt neben den Koppeln bereit.

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