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Flughafen Laage : 200 abgelehnte Asylbewerber abgeschoben

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Mehr als 200 abgelehnte Asylbewerber sind vom Flughafen Rostock Laage aus mit Charterflügen in ihre Heimatländer geflogen worden. Innenminister Caffier verteidigt Sammelabschiebungen.

Mehr als 200 abgelehnte Asylbewerber sind nach Angaben von Mecklenburg-Vorpommerns Innenministerium in den vergangenen drei Tagen vom Flughafen Rostock-Laage aus abgeschoben worden. Die 203 Menschen aus Serbien, Albanien, Bosnien-Herzegowina, Montenegro und Mazedonien waren zuvor mit Bussen zum Flughafen gebracht worden. Sie kamen aus Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein, Hamburg, Niedersachsen, Brandenburg und Rheinland-Pfalz, wie das Innenministerium am Donnerstag mitteilte.

„Hier wird geltendes Recht umgesetzt. Natürlich wäre mir und den Beamtinnen und Beamten der Bundes- und Landespolizei sowie der Ausländerbehörden eine freiwillige Rückkehr auch lieber als eine Abschiebung“, sagte Innenminister Lorenz Caffier (CDU). „Aber wenn eine Ausreiseverpflichtung gegeben und alle Rechtsmittel ausgeschöpft wurden, der Betroffene trotz Aufforderung jedoch nicht freiwillig ausreist, gibt unsere Rechtsordnung vor, dass abgeschoben wird.“ Nicht jeder, der nach Deutschland gekommen ist, sei ein Schutzberechtigter, der vor Krieg und Verfolgung geflohen ist.

 

Der Flughafen Rostock-Laage solle auch künftig für weitere Sammelabschiebungen genutzt werden, sagte ein Sprecher des Innenministeriums. Der innenpolitische Sprecher der Grünen-Fraktion im Schweriner Landtag, Johannes Saalfeld, forderte, Beobachter bei Sammelabschiebungen zuzulassen. „Ich befürchte, dass Rostock-Laage zur Drehscheibe für Massenabschiebungen verkommt. Zudem ist es unhaltbar, dass Flüchtlings- und Menschenrechtsorganisationen die Beobachtung der Abschiebungen verweigert wird“, sagte Saalfeld.

52 Menschen, darunter 13 Kinder, wurden am Donnerstag mit einer Charter-Maschine nach Albanien ausgeflogen, wie ein Sprecher der Bundespolizei bestätigte. Aktivisten der Initiative „Rostock hilft“ protestierten gegen die Sammelabschiebungen. In drei Rostocker Kirchen ließen die Gemeinden zudem zur Mahnung die Glocken läuten.

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erstellt am 12.Mai.2016 | 17:40 Uhr

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