Großinvestition : 20 Millionen Euro für die Wärmewende

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Neubrandenburg baut Heizkraftwerk mit Wärmespeicher und Solarthermie-Park.

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01. November 2017, 21:00 Uhr

Die Neubrandenburger Stadtwerke (neu.sw) investieren rund 20 Millionen Euro in eine „grüne Wärmewende.“ Damit sollen Erdgaseinsatz und Kohlendioxidausstoß merklich reduziert werden, sagte neu.sw-Geschäftsführer Ingo Meyer gestern. Die Gebühren für Verbraucher sollen nicht steigen. Neu.sw betreibt das mit 90 Megawatt Leistung zweitgrößte Gas- und Dampfturbinenheizkraftwerk im Nordosten, in dem besonders effektiv Strom und Wärme erzeugt werden.

Dafür wird ein 40 Meter hoher Kurzzeit-Wärmespeicher errichtet, der ein vorübergehendes Abschalten des Kraftwerkes im Sommer ermöglicht. Dazu kommt eine neue Gasturbine. Eine bestehende Geothermieanlage wird eingebunden. Gebaut wird zudem eine großflächige Warmwassererzeugung auf Basis von Solarenergie – ein etwa acht Fußballfelder großer Solarthermie-Park. „Ähnliches gibt es in Senftenberg (Brandenburg)“, sagte Meyer.

Die Neubrandenburger Stadtwerke haben 525 Beschäftigte und einen Jahresumsatz von knapp 230 Millionen Euro. Jährlich wird ein durchschnittlicher Jahresüberschuss von fünf bis sechs Millionen Euro erzielt. Mit dem neuen Riesen-Wärmespeicher können die rund 27 000 Fernwärmehaushalte im Sommer zwei Tage lang mit warmem Wasser versorgt werden, so dass dann kein Gas verbrannt werden muss.

Ähnliche Speicher wurden auch in Rostock und Schwerin errichtet. „Wir rechnen langfristig mit einer Entkoppelung von Strom und Wärme“, sagte Meyer. So könne „grüner Strom“ dann bedarfsgerecht am Markt gekauft werden und Wärme sollte möglichst effizient erzeugt werden. Dazu sei am Kraftwerks- und Speicherstandort bereits eine noch effektivere „Power to heat-Anlage“, bei der überschüssiger Strom in Wärme umgewandelt werden kann, eingeplant. Dann könnte noch mehr fossiles Erdgas eingespart werden.

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