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Flüchtlinge in MV : 1900 Wohnungen für Flüchtlinge

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Das Problem für Unternehmen und Kommunen: Sie wissen nicht, wie lange die Vermietungen an Flüchtlinge dauern.

svz.de von
erstellt am 08.Dez.2015 | 20:30 Uhr

Wohnungsgenossenschaften und kommunale Wohnungsgesellschaften in Mecklenburg-Vorpommern haben nach Angaben des Verbandes norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW) auf eigene Kosten Wohnraum für Flüchtlinge geschaffen. Seit Jahresbeginn seien im Land 1900 Wohnungen für Benachteiligte – überwiegend Flüchtlinge - saniert und vermietet worden, teilte VNW-Direktor Andreas Breitner gestern in Schwerin mit. Im kommenden Jahr rechne er mit 1500 Wohnungen. Pro Wohnung sei mit drei bis acht Flüchtlingen zu rechnen.

Nun habe das Land mit einem Sonderprogramm zur Wohnraumertüchtigung Förderungen für die Instandsetzung von leerstehendem Wohnraum zugesagt. Pro Wohnung könnten bis zu 3000 Euro erstattet werden, wenn 6000 Euro Kosten anfallen.

Breitner und der Leiter der Schweriner VNW-Geschäftsstelle, Roland Blank, verteidigten, dass die Unternehmen Förderung in Anspruch nehmen. Bei Wohnungen, die über sechs, zehn oder mehr Jahre leer stünden, sei kaum noch etwas zu gebrauchen. Wie lange die sanierten Wohnungen vermietet seien, wüssten die Unternehmen nicht. Manchmal seien es nur zwei Monate. „Wir haben einen enormen Durchlauf und einen hohen Abnutzungsgrad“, sagte Breitner. Die Wohnungen seien schnell wieder sanierungsbedürftig.

Die meisten Wohnungen wurden Blank zufolge in Neubrandenburg, wo es 4,5 Prozent Leerstand gab, und in Schwerin mit 14,5 Prozent Leerstand saniert. Im Landesdurchschnitt stünden bei den Wohnungsunternehmen 6,6 Prozent leer. 2000 bis 3000 leere Wohnungen auf dem Lande seien aber wegen fehlender Infrastruktur nicht für Flüchtlinge geeignet.

Der Verband der Wohnungsunternehmen fordert von der Politik unter anderem ein Landesprogramm zum Wohnungsneubau, Baugrundstücke von Kommunen und kürzere Bearbeitungszeiten für Bauanträge. Außerdem müssten die Energie-Standards für Wohnungen gesenkt werden, da sie zu sieben bis acht Prozent höheren Baukosten führten. Zudem schlägt der VNW ein erneutes Wohnortzuweisungsgesetz für geflüchtete Menschen vor.

Alles rund um die aktuelle Flüchtlingsdebatte lesen Sie in unserem Dossier.

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