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Polizei-Aktion : 180 Einsätze im Jahr für Kasper

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Verkehrserziehung der Polizeipuppenbühne Mecklenburg-Vorpommern ist bei Kitas und Schulen seit Jahren stark nachgefragt

„Alle Kinder hier im Land...“, sagt Rabe Harald und kommt ins Stottern. Der schusselige Vogel mit den rot-weiß gestreiften Socken hat vergessen, wie der Spruch weitergeht. Die Erstklässler der Grundschule West in Parchim helfen ihm. „Alle Kinder hier im Land bleiben vor dem Bordstein steh’n, schauen nach links, nach rechts, nach links, bevor sie gerade über die Fahrbahn geh’n“, rufen sie Harald lauthals zu.

Den kleinen Vers haben die Mädchen und Jungen von Polizistin Juliane Auf dem Thie gelernt. Tatkräftig unterstützt wurde sie dabei von Kasperl und dem tapsigen Hund Bello. Die Beamtin gehört zum Ensemble der Polizeipuppenbühne Mecklenburg-Vorpommern, dem einzigen Theater dieser Art im Land. Mit drei Kollegen tourt Auf dem Thie im Auftrag des Landeskriminalamtes durch die Gemeinden, besucht Kindertagesstätten und Schulen und übt mit Vier- bis Zehnjährigen, wie sie sich im Straßenverkehr richtig verhalten.

Und die spielerische Verkehrserziehung ist beliebt, die Nachfrage seit Jahren ungebrochen hoch. Das ist sicherlich auch ein Grund dafür, warum das Puppenspiel bislang nicht dem Rotstift zum Opfer gefallen ist wie in anderen Bundesländern. Deutschlandweit gibt es derzeit rund 100 Polizei- und Verkehrspuppenbühnen. Vor wenigen Jahren waren es noch 130. „Wenn es in einigen Bundesländern einst vier bis fünf Bühnen gab und jetzt nur noch eine, bedeutet das natürlich einen gravierenden Einschnitt. In MV dagegen hatten wir immer nur eine Polizeipuppenbühne und die hat gut zu tun“, erklärt die Sprecherin des Landeskriminalamtes, Synke Kern. Durchschnittlich 180-mal pro Jahr kommen Kasper und seine Puppen-Freunde hierzulande zum Einsatz und erreichen damit mehr als 9000 Mädchen und Jungen. Dieses Jahr sei bereits ausgebucht. „Es laufen schon Terminabsprachen für 2015“, sagt Polizist Christian Sofke.

Der Beamte ist seit Gründung des Theaters im Jahr 1995 hauptberuflich als Puppenspieler aktiv, ebenso wie seine Mitstreiter Guido Nowak und Jens-Matthias Otto. Die drei Männer leisteten zuvor ihren Dienst als Schutz- und Verkehrspolizisten. Ihre Kollegin Juliana Auf dem Thie ist erst seit August 2013 mit von der Partie. Sie hat sich ganz bewusst für die Tätigkeit bei der Polizeipuppenbühne entschieden. „Ich wollte immer Präventionsarbeit leisten. Als ich hörte, dass jemand für die Bühne gesucht wird, habe ich mich beworben“, erzählt die Ordnungshüterin. „Es ist eine sehr dankbare Aufgabe. Die Kinder freuen sich, wenn wir kommen.“

Das Ensemble ist sich einig, dass die Polizeipuppenbühne eine herausragende Bedeutung in Sachen Präventionsarbeit an Schulen und Kindergärten einnimmt. „Bei uns dürfen Kinder aktiv mitmachen und mit allen Sinnen eine Geschichte erleben. Dieses lebendige Spiel prägt sich bei ihnen besser ein als Frontalunterricht“, erklärt Christian Sofke. Auch Inneminister Lorenz Caffier hebt das Engagement der Puppenspieler hervor. Dadurch werde frühzeitig in sensibler und spielerischer Form das Bewusstsein für die Gefahren im Straßenverkehr geschult, sagt er.

Die Stücke der Polizeipuppenbühne MV beschränken sich aber nicht auf die Verkehrserziehung. Die Kinder lernen auch viel Wissenswertes über die eigene Sicherheit. So bringen ihnen die Ordnungshüter auf unterhaltsame Weise bei, wie sie sich gegenüber Fremden richtig verhalten. Außerdem stehen auch Diebstahl, Sachbeschädigung und Körperverletzung auf dem Programm. Immer mit dabei: Kasper, Hund Bello und Harald, der schusselige Rabe mit den rot-weiß gestreiften Strümpfen.

 

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erstellt am 11.Jun.2014 | 11:45 Uhr

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