zur Navigation springen

Nazi-Sender im Internet betrieben : 18 "Radiomoderatoren" vor Gericht

vom

Für den Betrieb eines Nazi-Internetradios müssen sich 18 Männer aus acht Bundesländern, darunter MV, vor Gericht verantworten. Ihnen wird u.a. die Bildung einer kriminellen Vereinigung und Volksverhetzung vorgeworfen.

svz.de von
erstellt am 21.Mär.2011 | 09:09 Uhr

Koblenz | Für den Betrieb eines Nazi-Radiosenders im Internet müssen sich seit Montag 18 Männer aus acht Bundesländern, darunter Mecklenburg-Vorpommern, vor dem Landgericht Koblenz verantworten. Den 20- bis 37-Jährigen - einer von ihnen kommt aus dem Eifelort Mayen - wird in der Anklageschrift unter anderem die Bildung einer kriminellen Vereinigung und Volksverhetzung vorgeworfen. Es geht dabei etwa um Grußbotschaften oder Liedtitel mit strafbaren Inhalten. Insgesamt sollen 154 solche Lieder im sogenannten Widerstand-Radio abgespielt worden sein.

Ziel war es laut Anklage, "die nationalsozialistische Ideologie zu verbreiten, die Zustände während des Naziregimes zu glorifizieren, eine fremdenfeindliche, antisemitische und gegen politisch Andersdenkende gerichtete Hetzpropaganda zu betreiben und über das Medium Musik Nachwuchs für die rechte Szene zu rekrutieren".

Alle Angeklagten - etwa die Hälfte von ihnen ist arbeitslos - sollen als Moderatoren tätig gewesen sein. Die Männer kommen aus Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen, Baden-Württemberg, Mecklenburg-Vorpommern, Thüringen, Niedersachsen, Brandenburg und Bayern. Der Sender wird laut Staatsanwaltschaft seit Anfang November 2010 nicht mehr betrieben. 17 der 18 Angeklagten sitzen seither in Untersuchungshaft. 15 sollen vor dem Prozess Teilgeständnisse abgelegt haben, drei Männer haben die Aussage verweigert oder alles abgestritten.

Zehn Verhandlungstermine sind angesetzt. Gegen sieben weitere Beschuldigte liefen zunächst noch die Ermittlungen weiter.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen