Tierische Exoten : 177 Nandus flitzen durch MV

nandu

Südamerika? Mecklenburg! Hier leben die Tiere in freier Wildbahn – und es werden immer mehr.

svz.de von
20. November 2015, 16:48 Uhr

Die einzige deutsche Nandu-Population in freier Wildbahn gedeiht weiter. Eine Zählung in den vergangenen Tagen im rund 100 Quadratkilometer großen Verbreitungsgebiet östlich des Ratzeburger Sees ergab 177 Tiere, wie eine Sprecherin des Biosphärenreservates Schaalsee gestern in Schlagsdorf (Landkreis Nordwestmecklenburg) sagte. 79 Jungvögel und 98 Altvögel. Im Frühjahr waren 120 der großen Vögel registriert worden, im Herbst davor 144. Jeweils im März und November schwärmen Helfer aus, um die Nandus (Rhea americana) zu zählen.

Trotz der gestiegenen Zahl wollte die Sprecherin nicht von einem Wachstum der Population sprechen, da die Zahl der Alttiere konstant geblieben sei. Von den Jungen würden voraussichtlich nicht alle den Winter überleben. Nandus sind in Südamerika zu Hause, sind etwas kleiner als Strauße, aber wie sie flugunfähig.

Nandus lieben die offene Landschaft und sind wenig scheu. Die Gruppe an der Grenze zwischen MV und Schleswig-Holstein stammt von Tieren ab, die vor Jahren aus einer privaten Haltung bei Lübeck ausgebrochen sind.  In Deutschland halten Liebhaber die leicht zu zähmenden Nandus zur Freude. Im Gegensatz zum Strauß gilt ihr Fleisch nicht als Delikatesse. Immer wieder büxen Tiere aus.

Laut Schweriner Umweltministerium ist die Gruppe die einzige bekannte Population in Mitteleuropa, die sich etablieren konnte. Sie ernähren sich vom Grün auf den Feldern und lieben besonders jungen Raps. Nicht alle Landwirte sind deshalb gut auf die Nandus zu sprechen.

Natürliche Feinde hat der erwachsene Nandu in Deutschland nicht. Lediglich die Gelege, Küken und Jungtiere können Opfer von Füchsen oder Seeadlern werden.Iris Leithold

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