Neustadt-Glewe : 150 Schweine sterben auf A 24

Der Tiertransporter mit mehr als 400 Zuchtschweinen ist aus ungeklärter Ursache umgestürzt.
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Der Tiertransporter mit mehr als 400 Zuchtschweinen ist aus ungeklärter Ursache umgestürzt.

Dänischer Laster stürzt aus unbekannter Ursache um. Schwierige Bergungsarbeiten. Fahrbahn für Stunden gesperrt

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21. Januar 2016, 21:00 Uhr

Am Mittwochabend hat sich kurz vor 22 Uhr auf der Autobahn 24 zwischen den Anschlussstellen Neustadt-Glewe und der Raststätte Stolpe in Fahrtrichtung Berlin ein folgenschwerer Unfall ereignet. Ein dänischer Laster mit 420 Zuchtschweinen, die jeweils rund 40 Kilogramm auf die Waage bringen,  kam aus bislang unbekannter Ursache nach rechts von der Fahrbahn ab. Der Laster fuhr zunächst die Böschung herauf und kippte schließlich  um. 

Die Kameraden der Feuerwehren aus Neustadt Glewe und Groß Laasch eilten zum Unglücksort. Auch für den Veterinärdienst des Landkreises Ludwigslust-Parchim war es mit der Feierabendruhe vorbei. Der Fahrer des Tierlasters kam mit dem Schrecken davon. Auch sein Beifahrer, der nach Erstbehandlung vor Ort ins Krankenhaus gebracht werden musste, hatte offensichtlich Glück im Unglück.

Die Einsatzkräfte der Feuerwehren haben zunächst 600 Liter Diesel umgepumt, um eine Verunreinigung der Umwelt zu verhindern.  Bei frostigen Temperaturen war dies ein aufwendiges Unterfangen, das für viele Kameraden derzeit Alltag.

Dramatisch war die Situation für die Tiere. Damit die noch lebenden Schweine zumindestens etwas Luft bekamen, haben Feuerwehrkameraden Lüftungsschlitze mit einem  Trennschleifer ins Fahrzeug geschnitten und den Auflieger  des Spezialtransportersmittels Luftkissen  angehoben. Die noch lebenden Schweine wurden erst nach Mitternacht in ein Ersatzfahrzeug umgeladen. Aus Sicht des Veterinärdienstes, der den ordnungsgemäßen Umgang  mit den Tieren  überwacht hat, hätte dies durchaus früher erfolgen sollen. „Das Quieken der Schweine war unerträglich“, so ein Augenzeuge.

Die Autobahnpolizei hat die Fahrbahn für die Bergungsarbeiten gesperrt. Als offizielle Umleitungsstrecke wurde der Weg über Parchim eingerichtet. In der Kreisstadt waren die Bewohner über die nächtliche Anstieg des Verkehrsaufkommens verwundert. Erst am gestrigen Morgen nach acht Uhr konnte die Sperrung der Richtungsfahrbahn nach Berlin durch die Polizei aufgehoben werden.

Im Mai 2013 waren bei einem Unfall mit einem Tierlaster auf der B 191 nahe Spornitz rund 500 Puten verendet. Etwa 1000 Tiere hatten überlebt und mussten von Kameraden der Feuerwehr eingefangen werden.

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