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Mecklenburg-Vorpommern

18. November 2017 | 00:17 Uhr

Vermisst : 15 Jahre ohne ein Lebenszeichen

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Zwei junge Frauen spurlos verschwunden – Eltern hoffen auf neue Hinweise

„Aktenzeichen XY... ungelöst – Spezial: Wo ist mein Kind?“ wird über einen Fälle aus Mecklenburg-Vorpommern berichten. Diana Ferch ist seit fast drei Jahren spurlos verschwunden. Die damals 26-Jährige aus Stralsund verabschiedete sich im Juni 2011 telefonisch von ihrer Mutter, weil sie eine Auszeit brauchte und wollte an der Mecklenburgischen Seenplatte wandern. Zur Einschulung ihres sechsjährigen Sohnes sei sie wieder zurück, versprach sie.

Nach den bisherigen Ermittlungen wurde Diana Ferch das letzte Mal in Güstrow am 27. Juni 2011 lebend gesehen. Am Nachmittag unterhielt sie sich mit einem älteren Mann und benutzte dessen Handy für einen Anruf nach Hause. Von Güstrow wollte sie nach Mirow wandern, wo ein Treffen mit Freunden vereinbart war. Die Polizei vermutet inzwischen, dass die junge Mutter damals Opfer eines Verbrechens wurde.

Freitag der 11. Juni 1999. Ein kühler Tag, am Nachmittag hatte es geregnet. In Raben Steinfeld bei Schwerin zieht die 14-jährige Anita Richter ihren Pullover über und geht zur Mutter in die Küche, um sich zu verabschieden. Sie will Freunde in Schwerin besuchen, um 17.12 Uhr fährt der Bus.

Die Mutter sieht vom Fenster aus die Tochter zur etwa 100 Meter entfernten Bushaltestelle auf der Straßenseite gegenüber gehen. Gegen 21 Uhr sollte Anita wieder zu Hause sein.

„Der 11. Juni ist unser Hochzeitstag, mein Mann und ich waren am Abend essen“, erzählte Edelgard Richter später im Gespräch mit unserer Redaktion.

Als das Paar nach dem Essen nach Hause kommt, ist die Tochter nicht da. Edelgard Richter setzt sich ins Auto und fährt die Buslinie ab. Die Nacht telefonieren die Eltern mit Bekannten, Freunden und Verwandten – umsonst. Anita Richter ist verschwunden.

Der 11. Juni 1999 hat das Leben von Edelgard Richter zerrissen in ein Davor und ein Danach. Die Hoffnung hat sie nicht aufgegeben. 15 Jahre später, am Mittwoch kommender Woche, strahlt das ZDF um 20.15 Uhr in der Sendung „Aktenzeichen XY... ungelöst – Spezial: Wo ist mein Kind?“ die Geschichte von Anitas Verschwinden aus. Die Eltern hoffen, dass sich durch die Sendung doch noch Hinweise für den Verbleib des Mädchens ergeben.

Damals bildete die Polizei die Soko „Anita“. Hunderte Polizisten waren im Einsatz. Die Suchbereiche wurden immer weiter ausgedehnt. Erst suchten die Beamten in und um Raben Steinfeld und dem benachbarten Schweriner Stadtteil Mueß, später auf den Inseln Kaninchen- und Ziegelwerder und schließlich in 100 Abrisshäusern im Stadtgebiet. Die Soko „Anita“ ging bis Ende Juli 1999 mehr als 150 Hinweisen nach. Keine konkreten Ergebnisse.

Der Busfahrer der Linie 6 konnte sich nicht an das blonde Mädchen mit der Zahnspange erinnern. Auch andere Insassen gaben an, das Mädchen nicht im Bus nach Schwerin gesehen zu haben. Dagegen meldete sich ein Zeuge, der Anita an der Endhaltestelle in der Von-Stauffenberg-Straße in Schwerin gesehen haben will. Sie sei zur Straßenbahnhaltestelle gegangen und vermutlich in Richtung Innenstadt gefahren. Diese Angaben waren genauso vage wie ein Zeugenhinweis, wonach sich das Mädchen angeblich in der Hamburger Drogenszene aufgehalten haben soll. Darüber berichtete zwar das „Hamburger Abendblatt“ am 4. August 1999. Aber auch diese Aussage konnte durch Nachforschungen nicht bestätigt werden. Seit 15 Jahren gibt es kein Lebenszeichen von Anita Richter.

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