15-Jährige rast mit Auto in den Tod

svz.de von
01. Juli 2010, 07:46 Uhr

Penzlin | Penzlin unter Schock: Viele Einwohner des kleinen Städtchens zwischen Neubrandenburg und Waren (Müritz) zeigten sich gestern erschüttert über den Tod einer 15-Jährigen, die bei einer nächtlichen Spritztour ums Leben kam und selbst hinterm Steuer gesessen hatte. Man sei geschockt und denke nun vor allem an die Eltern, ist aus dem Penzliner Rathaus zu hören.

Einer der beiden Mitfahrer der Jugendlichen im Alter von 16 und 18 Jahren wurde bei dem Unfall auf der Kreisstraße 20 zwischen Penzlin und Lübkow schwer verletzt, wie die Polizei mitteilte. Ersten Ermittlungen zufolge hatte sich das Mädchen in der Nacht zum Donnerstag mit Freunden an einer Badestelle des Penzliner Sees aufgehalten, als es plötzlich mit dem Auto des 18-Jährigen und einem zweiten Begleiter davonfuhr. Zeugen hätten den Wagen aufhalten wollen, konnten trotz Verfolgungsfahrt das mit hoher Geschwindigkeit fahrende Auto aber nicht mehr einholen, so ein Polizeisprecher.

Vermutlich wegen unangepasster Geschwindigkeit verlor die 15-Jährige schließlich die Gewalt über das Fahrzeug, durchfuhr einen Straßengraben und kollidierte mit mehreren Bäumen. Das Mädchen erlag noch am Unfallort ihren Verletzungen. Auch gestern konnte niemand die Frage hinreichend beantworten, warum das Mädchen hinter dem Steuer des Citroen AX saß, der der Mutter des 18-Jährigen gehört. Zeugen zufolge soll die 15-Jährige ihren Freund immer wieder darum gebeten haben, auch einmal Auto fahren zu dürfen.

Helferkreise beschrieben die Unfallsituation gestern gegenüber unserer Zeitung als "sehr dramatisch". Die Rettungskräfte seien mit einem Hubschrauber und drei Rettungswagen vor Ort gewesen. Darüber hinaus habe sich ein zusätzlicher Notarzt aus Neubrandenburg um Opfer und Betroffene gekümmert. Der Schwerverletzte wurde mit dem Hubschrauber ins Neubrandenburger Klinikum gebracht. Der leicht verletzte Junge soll nach Aussage von Zeugen den Unfallort zunächst verlassen haben - vermutlich unter Schock. Er wurde in Penzlin gefunden, dort ambulant versorgt und nach Waren ins Krankenhaus gebracht.

Zur Betreuung der Angehörigen war eine Notfallseelsorge vor Ort. Worauf es dabei ankommt, weiß Jutta Schmidt, die sich bei den Johannitern zur Notfallseelsorgerin ausbilden ließ: "Reden über das Geschehene ist das Wichtigste. Aber Menschen reagieren unter Schock unterschiedlich. Manche wollen lieber gemeinsam weinen."

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