Offene Ausbildungsstellen : 1400 Lehrstellen mehr als Bewerber

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Unternehmen stehen im harten Wettbewerb. Erste Engpässe im Handwerk

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31. August 2016, 21:00 Uhr

So einen Start ins Ausbildungsjahr gab es noch nie: Zum heutigen 1. September, an dem in den meisten Unternehmen und Institutionen das neue Lehrjahr beginnt, sind in Mecklenburg-Vorpommern noch 3600 Ausbildungsstellen offen. Ihnen stehen lediglich 2200 unversorgte Jugendliche gegenüber. Vor einem Monat, zum offiziellen Start ins Ausbildungsjahr, waren es sogar noch 4400 unbesetzte Stellen.

„Es ist also viel Bewegung am Ausbildungsmarkt“, konstatierte gestern die Chefin der Regionaldirektion Nord der Arbeitsagentur, Margit Haupt-Koopmann. Nicht nur leistungsschwächere Schulabgänger suchten noch nach einer Lehrstelle, sondern auch 300 Abiturienten und 90 Jugendliche mit Fachhochschulreife. „Je höher der schulische Abschluss, desto stärker ist oft die Fokussierung auf einen einzigen Ausbildungsberuf“, weiß die Agenturchefin. Sie wirbt dafür, flexibler zu sein, oft gebe es ähnliche Berufe, die ebenso ausfüllten. Zugleich bittet Haupt-Koopmann darum, keine Lehrstellen „zu horten“, sondern bei mehreren Zusagen schnell eine Entscheidung zu treffen, um den Weg für andere Interessenten frei zu machen. An Unternehmen appelliert sie, auch solchen Jugendlichen eine Chance zu geben, die nicht alle geforderten Voraussetzungen erfüllen. Die Arbeitsagentur könne sie mit Coaches oder ausbildungsbegleitenden Hilfen unterstützten.

Vor allem in der Gastronomie und in Handwerksberufen gibt es noch freie Ausbildungsplätze. „Während sich aktuell am Ausbildungsmarkt für die Jugendlichen sehr viele Auswahlmöglichkeiten eröffnen, stehen die Unternehmen in einem harten Wettbewerb um leistungsfähige Schulabgänger“, erklärt der Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Schwerin, Edgar Hummelsheim. Anlagenmechaniker, Elektroniker und Metallbauer würden händeringend gesucht, zumal das Auftragsvolumen der Firmen hoch sei. „Zum Teil kommt es schon zu Engpässen bei der Auftragsannahme und das spürt man als Kunde“, so Hummelsheim. Im Handwerksbetrieb direkt vor der Tür würden sich große berufliche Chancen bieten.„Aus unserer Sicht werden die Jugendlichen aber immer noch zu einseitig auf Abitur und Studium ausgerichtet, dabei können Meister beim Lebenseinkommen Akademiker weit übertreffen.“


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