140 Jahre Feuerwehrverband MV : Millionen-Geschenk vom Land

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1879 wurde in Teterow der Mecklenburgische Feuerwehrverband gegründet. Der Landesfeuerwehrverband Mecklenburg-Vorpommern sieht sich in dessen Tradition und feiert somit sein 140-jähriges Bestehen.

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25. Februar 2019, 08:57 Uhr

Die Feuerwehren in Mecklenburg-Vorpommern sind heute mehr als Notfallretter gefragt, denn als Brandbekämpfer. Wie aus einer Statistik des Landesfeuerwehrverbands hervorgeht, mussten die Wehren im Jahr 2017 etwa 16 000 Mal ausrücken, um in Notsituationen einzugreifen. Zumeist handelte es sich um schwere Verkehrsunfälle. Gut 5200 Mal wurde Alarm ausgelöst, weil Brände zu löschen waren.

Trotz jüngster Debatten um überholte Technik und unzureichend ausgebildete Einsatzleiter sieht Landesbrandmeister Hannes Möller die Feuerwehren im Land gut gewappnet und dem Festakt zum 140-jährigen Bestehen des Landesverbands am Mittwoch in Schwerin mit Freude entgegen.

50 Millionen Euro für die Ausstattung der Wehren

Für deutliche Entspannung dürfte dabei die Ankündigung der Landesregierung gesorgt haben, in den kommenden Jahren insgesamt 50 Millionen Euro in die Ausstattung der Wehren zu investieren, gespeist aus Überschüssen im Landesetat. „Damit können wir das Brandschutzwesen, das Ehrenamt Feuerwehr, unterstützen und zukunftsfähig gestalten“, sagte Möller. Dabei zeichne sich auch eine Lösung für die Landesfeuerwehrschule ab, die zuletzt etwa wegen unzureichender Fortbildungsmöglichkeiten in die Kritik geraten war. Die jahrelangen Bemühungen des Feuerwehrverbands um mehr Geld zahlten sich nun aus, sagte Möller.

Zudem laufe die Frist für die Ende 2015 gesetzlich geregelte Aufstellung von Brandschutzbedarfsplänen durch die Gemeinden im Sommer aus. Dann bestehe Klarheit, wo die Lücken am größten seien und am schnellsten geschlossen werden müssten. In zahlreichen Feuerwehren sei mehr als 40 Jahre alte Technik im Einsatz, hieß es. Der Verband werde die Basis bei der Festlegung des Mitteleinsatzes einbeziehen, erwarte verstärkt aber auch gemeindeübergreifende Kooperationen. Ziel müsse sein, auch in kleinen Dörfern mit schwindender Bevölkerung die Einsatzfähigkeit der Wehren sicherzustellen.

Jugendfeuerwehren verzeichen seit 2009 Zuwachs

Nach internen Aufstellungen des Landesfeuerwehrverbands hat die Zahl der Freiwilligen Feuerwehren seit 2004 um etwa 17 Prozent von 1125 auf 939 abgenommen. Die Zahl der aktiven Mitglieder sank im gleichen Zeitraum von 28 000 auf 25 450, ein Minus von neun Prozent. In den sechs Berufsfeuerwehren sind rund 650 Kameraden aktiv. Hoffnung weckt die Entwicklung bei den Jugendfeuerwehren, die seit 2009 wieder Zuwächse verzeichnen und im Vorjahr landesweit 8300 Mitglieder zählten. Der Feuerwehrverband sei zudem Kooperationspartner des Bildungsministeriums bei der Gestaltung der Ganztagsschule.

Kritisch äußerte sich die Verbandsspitze zur Bereitschaft von Firmen, Beschäftigte für Feuerwehreinsätze freizustellen. „Aber darauf sind die örtlichen Feuerwehren zwingend angewiesen, um ihre Einsatzbereitschaft sicherzustellen“, hieß es. Wichtig sei aber auch die Freistellung der Feuerwehreinsatzkräfte durch die öffentliche Hand. Auch hier gebe es Vorgesetzte, die die Notwendigkeit nicht sähen. „Die beste Technik nützt uns nichts, wenn wir vor Ort keine Menschen haben, die diese bedient“, machte Möller deutlich.

Lehren aus dem Dürresommer

Lehren müssen nach Ansicht des Verbands auch aus dem Dürresommer 2018 gezogen werden, bei dem Waldbrände vor allem im Südwesten die Wehren tagelang in Atem hielten und Defizite bei der Löschtechnik offenbarten. Generell seien die Feuerwehren zwar gut aufgestellt, um auch solche Spitzenbelastungen aufzufangen. Doch sieht die Verbandsspitze Forstbehörden und Ministerien in der Verantwortung, mehr präventiv zu wirken. Bei Großschadenslagen werde die Feuerwehr zudem künftig verstärkt mit der Bundeswehr und dem Technischen Hilfswerk zusammenarbeiten.

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