aus dem gerichtssaal : 13-jährige Schülerin vergewaltigt

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Jugendkammer des Landgerichts verurteilt 20-jährigen Täter zu drei Jahren Haft und 3000 Euro Schmerzensgeld

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05. Februar 2014, 22:00 Uhr

Der Fall: Weil er eine 13-Jährige vergewaltigt und misshandelt hat, wurde der 20-jährige Sergiu C. zu einer dreijährigen Freiheitsstrafe und zur Zahlung von 3000 Euro Schmerzensgeld verurteilt.

„Ich war erschrocken, wie das Mädchen aussah“, sagte Vassili B. am Dienstag vor Gericht. Der 26-jährige Rumäne hatte die ihm bekannte 13-Jährige am 4. August vergangenen Jahres in einem Perleberger Park gesehen. Dorthin hatte sie ihn per Handynachricht bestellt mit den Worten, sein Kollege Sergiu habe sie geschlagen. „Sie hatte blaue Flecken, Bissverletzungen, war tränenüberströmt, ihr Oberteil war zerrissen“, schilderte der 26-Jährige vor Gericht. Drei Tage später zeigte das Mädchen Sergiu C. an, weil er sie mit Gewalt zum Sex gezwungen hatte. Seitdem sitzt der 20-Jährige in Untersuchungshaft.

Jetzt verurteilte ihn die Jugendkammer des Landgerichts Neuruppin zu einer dreijährigen Haftstrafe. Der Angeklagte hatte seine Unschuld beteuert, sich dabei aber in Widersprüche verstrickt. Von Gewalt könne nicht die Rede sein, hatte er ausgesagt. Das Gericht glaubte ihm nicht.

Die heute 14-jährige Schülerin schilderte am ersten Verhandlungstag unter Tränen, was ihr an jenem Augustsonntag geschehen war. Dass ihr der Angeklagte anfänglich gefallen hatte, daraus machte sie keinen Hehl. Deshalb war sie auch in Begleitung ihrer Freundin mit gegangen, als er sie in seine Wohnung einlud.

Für das Gericht stand zweifelsfrei fest, dass das Mädchen nicht mit dem Angeklagten schlafen oder Oralsex haben wollte. Das hatte sie so vor Gericht gesagt. Demnach hatte er bereits im Wohnzimmer im Beisein ihrer Freundin, eines Arbeitskollegen und eines anderen 13-Jährigen versucht, sie überall zu betatschen. Als sie dann ins Bad wollte, folgte er ihr und zog sie ins Schlafzimmer. Er wollte ihre Hose öffnen. Als sie ihn von sich wegschubste, verpasste er ihr eine Ohrfeige. Als sie sich weiter wehrte, schlug er ihr eine Faust  ins Gesicht, biss sie in die rechte Wange. Aus lauter Angst vor weiteren Misshandlungen hat sie dann schließlich gemacht, was er wollte. Weil der Versuch, mit ihr zu schlafen, misslang, zwang er sie zum Oralverkehr. Anschließend musste sie auf sein Geheiß hin lautlos die Wohnung verlassen.

Auch wenn der Angeklagte zur Tatzeit Heranwachsender war, sah das Gericht keinen Anhaltspunkt dafür, ihn nach Jugendrecht zu verurteilen. Sergiu C. lebt allein, kommt für seinen Lebensunterhalt auf, trifft selbstständig Entscheidungen.    Das alles spreche dafür, dass Sergiu C. reifer als Gleichaltrige sei. Das Gericht  sah drei Jahre Haft als „recht milde“, aber auch angemessene Strafe.

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