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Mecklenburg-Vorpommern

20. November 2017 | 20:25 Uhr

125 Jahre an der Schiene: Zukunft ungewiss

vom

svz.de von
erstellt am 15.Apr.2012 | 07:58 Uhr

Meyenburg | Ein mahnender Festzug bewegte sich am Samstagnachmittag durch Meyenburg zum Bahnhofsgelände. Die historischen, teils sehr farbenfrohen Kostüme ließen den eigentlichen Anlass dieses ungewöhnlichen Zusammentreffens gut nachvollziehen: 125 Jahre ist es her, dass Meyenburg an das Eisenbahnnetz angeschlossen wurde. Im Frühling 2012 dominiert allerdings die Diskussion um die möglicherweise bevorstehende Schließung der Bahnlinie Neustadt/Dosse-Pritzwalk-Meyenburg seitens des Landes Brandenburg. "Wir möchten damit einen Impuls in Richtung Potsdam schicken", umschrieb Diether Pickel, Vorsitzender des Freundeskreises Schloss Meyenburg e. V., den Umzug.

Der Freundeskreis hatte aus Anlass des Jubiläums am Sonnabend einen Empfang im Eisenbahnromantik-Hotel mit spannenden und seltenen Einblicken in historische Eisenbahntechnik sowie einen Vortrag zum Thema "Meyenburger Eisenbahngeschichte" organisiert. Im Blickpunkt stand allerdings der nachmittägliche Protest. Bürgermeister Falko Krassowski fand in seiner Ansprache auf dem Areal des Bahnhofs deutliche Worte, bezeichnete die Bahn als ein Verkehrsmittel unserer Generation, dass stiefbürgerlich behandelt werde. "Brandenburg baut einen neuen Großflughafen, eine Autobahn, wo noch nie eine war. Die S-Bahn-Anbindung nach Berlin verschlingt Millionen. Die Landesregierung fördert Zentren - aber wie sollen die Menschen dorthin kommen?", kritisierte Krassowski vor dem Hintergrund der Tatsache, dass In frastrukturminister Jörg Vogelsänger den Fortbestand der Bahnstrecke bis 2015 verbindlich zugesagt hatte. Nun jedoch soll die Abbestellung ganz kurzfristig zum Ende dieses Jahres erfolgen, wie auch Amtsdirektorin Kathrin Lange bestätigte. "Wird als Nächstes die B 103 gekappt und die A 24 zurückgebaut?", fragte Falko Krassowski mit Blick in Richtung Mecklenburg-Vorpommern.

Von dort kam am Samstag illustre Unterstützung: Der Freundeskreis historischer Eisenbahnuniformen aus Schwerin brachte sich optisch ein. Roland Suppra, letzter aktiver Bahnhofsvorsteher in Plau am See bis zum Jahr 2000, als der Bahnhof abgewickelt wurde, gehört zu den Mitgliedern. Er meint: "Bisher haben wir unsere Nachbarn in Brandenburg immer beneidet. Hier fährt die Bahn wenigstens noch." Ob dieser "Neid" noch lange Bestand hat - daran zweifeln derzeit nicht nur die Meyenburger.

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