Umwelt : 120 000 Kubikmeter Schlamm entfernt

Idyllische Lage: Luftaufnahme der KleinstadtPenkun inmitten der Penkuner Seenplatte
Idyllische Lage: Luftaufnahme der KleinstadtPenkun inmitten der Penkuner Seenplatte

Die Penkuner Seenkette im Süden Vorpommerns wurde für fünf Millionen Euro gründlich saniert

von
13. August 2015, 21:00 Uhr

Gänse sammeln sich auf einer kleinen Insel im Penkuner Schlosssee, das Wasser glitzert in der Sonne und hundert Meter weiter schaufelt ein Bagger enorme Mengen schwarzer Erde auf große Lastwagen. „Das war alles Schlamm, den wir aus dem See geholt haben“, sagt Thomas Will. Der Geschäftsführer eines Ingenieurbüros aus Friedland (Kreis Mecklenburgische Seenplatte) kam gestern an der Penkuner Seenkette im Süden Vorpommerns bei einer „Bestandsaufnahme“ mit Landesumweltminister Till Backhaus (SPD) zu Wort.

Der Anlass war erfreulich.

Denn nach fünf Jahren wird in Kürze die bisher größte See-Sanierung in Mecklenburg-Vorpommern beendet sein. Penkun grenzt an Polen und Brandenburg und liegt rund 120 Kilometer nördlich von Berlin an der A11. Rund fünf Millionen Euro flossen in das von der EU geförderte Projekt. „Das ist ein Viertel der gesamten See-Sanierungsmittel von etwa 20 Millionen Euro, mit denen seit 1998 rund 50 Gewässer saniert wurden“, rechnete Landesumweltminister Till Backhaus (SPD) vor. Dabei war es für die neue touristische Perle Vorpommerns - die sieben Seen haben 180 Hektar Wasserfläche -  höchste Zeit. „Da sind die letzten 200 Jahre lang, wie woanders auch, die Abwässer einer Molkerei und kommunale Abwässer reingeflossen“, sagte Backhaus. Erst 1995 wurde Penkun an eine zentrale Kläranlage angeschlossen, die benachbarte Schweineprodukion wurde eingestellt.

Die Seen zeigten große Probleme: Immer mehr Blaualgen wuchsen, es kam zu Fischsterben. „Das ökologische Gleichgewicht war gefährdet“, so Backhaus. Inzwischen wurden 120 000 Kubikmeter Schlamm aus den Seen gesaugt und in speziellen Becken gelagert und getrocknet.

Das entspricht einer Fläche von 20 Fußballfeldern, auf denen ein Schlamm in Höhe von einem Meter liegt. Das müsse lange trocknen, so Will. Zudem wurden die Fischerei und die landwirtschaftliche Nutzung an den Seeufern eingestellt. Jahrelang unterbrochene Verbindungen der Seen wurden wieder geöffnet und dem Schlosssee wurde Aluminiumsulfat - ein Salz - zugesetzt, das Phosphor bindet.

Dadurch und dank ergiebiger Niederschläge erholte sich die Seenkette wieder.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen