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Bundeseinheitliche Rufnummer : 116 117 - direkter Draht zum Arzt

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Die Suche nach einem Arzt, der außerhalb der Praxisöffnungszeiten Bereitschaft hat, wird einfacher: Fast überall in Deutschland gilt ab Montag die kostenlose Rufnummer 116 117. MV ist in 62 Notdienstbereiche unterteilt.

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erstellt am 15.Apr.2012 | 06:07 Uhr

Schwerin/Berlin | Die Suche nach einem Arzt, der außerhalb der Praxisöffnungszeiten Bereitschaft hat, wird einfacher: Fast überall in Deutschland gilt seit heute die kostenlose Rufnummer 116 117 - lediglich in Baden-Württemberg, dem Saarland und Teilen von Rheinland-Pfalz sowie Hessen wird sie erst später eingeführt.

Wer die Nummer wählt, wird direkt mit "seinem" diensthabenden Arzt bzw. der nächstgelegenen Notdienstpraxis verbunden. "Die Zuordnung des Anrufers erfolgt in den meisten Fällen über eine Standortbestimmung anhand der Festnetzvorwahl oder der Ortung des Handys", erläutert Fridjof Matuszewski, Vorstandsmitglied der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Mecklenburg-Vorpommerns. Sei das technisch nicht möglich, würden Mitarbeiter eines Callcenters eingreifen.

Mecklenburg-Vorpommern ist in 62 Notdienstbereiche unterteilt. In jedem hat ein Mediziner Bereitschaftsdienst, so Matuszewski, in Heringsdorf gäbe während der Sommersaison sogar zwei Bereitschaftsärzte. Dazu kämen im Land sieben kinderärztliche Bereitschaftsdienste sowie Notdienstpraxen in Rostock, Schwerin, Wismar und saisonal in Bergen. Auch in Neubrandenburg und Güstrow sei die Einrichtung von Notdienstpraxen im Gespräch, so Matuszewski. Denn es sei viel effektiver, wenn der Arzt nicht das Gros seiner Dienstzeit im Auto verbringen müsse sondern ständig an einem festen Ort auf Patienten wartet. Parallel müsse allerdings immer auch ein Dienst vorgehalten werden, der Hausbesuche bei solchen Patienten übernimmt, die nicht mehr in die Notdienstpraxis fahren können.

Der ärztliche Bereitschaftsdienst ist für Erkrankungen gedacht, mit denen man sich während der Sprechstunden an einen niedergelassenen Arzt wenden würde, deren Behandlung aber keinen Aufschub duldet. Allein in den ersten drei Quartalen des Jahres 2011 wurde er im Land 85 699 Mal konsultiert, dazu kamen weitere 18 439 weitere Konsultationen durch Kinder unter 14 Jahre. Häufigste Diagnose der Bereitschaftsärzte waren akute Infekte der oberen Atemwege. Auch Bluthochdruck, Fieber, Angina, Virusinfektionen sowie Übelkeit und Erbrechen waren Gründe.

Nicht gedacht ist die 116 117 für lebensbedrohlichen Fälle,, betont Matuszewski. Dafür gebe es nach wie vor den unter der Rufnummer 112 erreichbaren Rettungsdienst. Letzterer müsse binnen zehn Minuten beim Patienten sein, "für den Bereitschaftsarzt gibt es solch eine Hilfsfrist jedoch nicht", so das KV-Vorstandsmitglied.

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