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Sicherheit : 1144 Haftbefehle in MV nicht vollstreckt

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

LKA: Nur in schweren Fällen kommen Zielfahnder zum Einsatz

svz.de von
erstellt am 03.Feb.2016 | 05:00 Uhr

Einige setzen sich ins Ausland ab, andere verstecken sich bei Bekannten oder legen sich falsche Namen zu: Aktuell werden 1050 Personen wegen Straftaten in Mecklenburg-Vorpommern von der Polizei mit einem oder sogar mehreren Haftbefehlen gesucht, teilte das Landeskriminalamt (LKA) gegenüber unserer Redaktion mit. „Insgesamt sind 1144 Haftbefehle derzeit offen“, sagte LKA-Sprecher Michael Schuldt. Unter den Gesuchten seien auch vier mutmaßliche Vergewaltiger sowie drei Personen, denen Totschlag zur Last gelegt wird. Fünf sollen Raubstraftaten begangen haben. Nach Angaben des Innenministeriums gehören auch drei rechtsextreme Straftäter zu den Untergetauchten.

203 der zur Fahndung ausgeschriebenen Personen seien gleich nach der Tat untergetaucht. Außerdem werde nach 170 bereits verurteilten Tätern gefahndet, die ihre Freiheitsstrafe nicht antraten und stattdessen lieber in den Untergrund gingen, so das LKA. In den meisten anderen Fälle handele es sich um Kleinkriminelle, die Geldstrafen nicht gezahlt oder Ersatzfreiheitsstrafen nicht angetreten haben.

Die Gesuchten sind im bundesweiten Informationssystem der Polizei (Inpol) und im internationalen Schengener Informationssystem (Sis) zur Fahndung ausgeschrieben. Etwa die Hälfte der Eintragungen aus Mecklenburg-Vorpommern seien älter als ein Jahr.

„Die Suche ist sehr zeit- und personalintensiv“, sagte der Landesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Christian Schumacher. Nach seiner Ansicht könnte die Fahndung nach untergetauchten Straftätern erfolgreicher sein, wenn mehr Beamte zur Verfügung stehen würden.

„Die Intensität der Suche richtet sich nach der Schwere des Delikts“, so LKA-Sprecher Schuldt. Für schwere Straftaten gebe es Zielfahnder. So sorgten 2014 erfolgreiche Ermittlungen des LKA auf der thailändischen Insel Koh Samui für Schlagzeilen, als Fahnder einen per Haftbefehl gesuchten Wismarer ausfindig machen konnten. Der Mecklenburger stand im Verdacht, eine Drogenplantage in Drüsewitz (Landkreis Rostock) betrieben und mit einer Selbstschussanlage gesichert zu haben.

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