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Mammutaufgabe für Gemeinden in Mecklenburg : 100 Kirchen vom Verfall bedroht

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Risse im Gemäuer, Holzwurm im Gebälk: Von den rund 1000 Kirchen in MV sind viele in einem schlechten baulichen Zustand. Allein in Mecklenburg, stehen aktuell knapp 100 Gotteshäuser auf der Liste der gefährdeten Kirchen.

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erstellt am 23.Aug.2013 | 07:30 Uhr

Schwerin | Risse im Gemäuer, Holzwurm im Gebälk: Von den rund 1000 Kirchen in Mecklenburg-Vorpommern sind viele in einem schlechten baulichen Zustand. Allein in Mecklenburg, so es rund 580 Dorf- und 84 Stadtkirchen gibt, stehen aktuell knapp 100 Gotteshäuser auf der Liste der gefährdeten Kirchen. "Das ist statistisch gesehen jede 7. Kirche", so Kurt Reppenhagen, Sachgebietsleiter Bau in der Kirchenkreisverwaltung Mecklenburg. Keine dieser Kirchen sei aber in so schlechtem Zustand, dass sie nicht mehr gerettet werden könnte. Allerdings könne die Sanierung nur entsprechend der zur Verfügung stehenden finanziellen Mittel erfolgen. "Die Kirchengemeinden allein können die Bauaufgaben nicht bewältigen", so Probst Dirk Sauermann vom Kirchenkreis Mecklenburg.

2013 stehen für Bauprojekte an Kirchen und Pfarrhäusern in Mecklenburg rund 16 Millionen Euro bereit. Zu den etwa 100 Projekten, die davon finanziert werden, gehören unter anderem die Instandsetzung des seit 2009 gesperrten Chors der Kirche in Conow, die Reparatur des Kirchturms in Witzin bei Sternberg (beide Landkreis Ludwigslust-Parchim) und der Kirche Meetzen bei Rehna (Landkreis Nordwestmecklenburg). Etwa ein Viertel des Bauvolumens wird aus öffentlichen Mitteln finanziert. Den Löwenanteil der Kosten tragen die Kirchengemeinden und der Kirchenkreis Mecklenburg, die von Sponsoren, Spendern und Stiftungen unterstützt werden. "Zudem kümmern sich allein in Mecklenburg mittlerweile rund 130 und in Pommern knapp 50 Fördervereine um den Erhalt der Zeugnisse aus Fels und Backstein", so Propst Sauermann.

In den letzten 20 Jahren flossen in Mecklenburg-Vorpommern rund 200 Millionen Euro in die Sicherung und Restaurierung der Kirchen. "In den vergangenen Jahrzehnten konnte sehr viel für den Erhalt der Kirchen getan werden, um den Sanierungsstau aus der DDR-Zeit schrittweise abzubauen. Dafür sind wir dankbar", betont Sauermann. Trotz der beachtlichen Investitionen sei aber erst die Hälfte geschafft. Für dringende Notsicherungen seien weitere 10,1 Millionen Euro nötig, für die äußere Sanierung von Kirchen im Land sogar 115,6 Millionen Euro. Dass das Land jüngst mit den evangelischen Kirchen eine neue Patronatsvereinbarung abgeschlossen habe, gebe auf diesem Weg ein Stück Sicherheit. Mecklenburg-Vorpommern hat sich darin verpflichtet, bis 2019 jährlich bis zu 3,5 Millionen Euro für den kirchlichen Denkmalschutz zu zahlen.

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