Landesarmutskonferenz : 100 Euro mehr pro Monat für Einkommensschwache gefordert

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Betroffene sollen auf diese Weise zusätzlich zu den sozialstaatlichen Leistungen unterstützt werden.

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24. März 2020, 13:21 Uhr

Die Landesarmutskonferenz Mecklenburg-Vorpommern (LAK MV) hat für einkommensschwache Menschen einen Krisen-Zuschlag von 100 Euro monatlich zusätzlich zu den sozialstaatlichen Leistungen gefordert. Hintergrund sei, dass viele der sogenannten Ein-Euro-Jobs und andere Nebenbeschäftigungen weggefallen sind, sagte LAK-Sprecher Ulf Groth am Dienstag in Schwerin. Auch fänden Pfandsammler wegen der Kontaktbeschränkungen kaum noch Leergut. Das Wegbrechen dieser „Unterstützungswege“ können mit dem Zuschlag kompensiert werden.

Oft wichtige Versorgungsmöglichkeit

Gleichzeitig registrierten die Tafeln deutlich weniger Lebensmittelspenden. Dabei stellten sie für Einkommensschwache oftmals eine überlebenswichtige Versorgungsmöglichkeit dar, um mit geringem Budget über die Runden zu kommen. Wenn diese Quelle wegfalle, könnten sich arme Haushalte mit dem Zuschlag ansatzweise gesund ernähren. Ausdrücklich begrüßte Groth die Entscheidung der Bundesregierung, fristlose Kündigungen infolge Zahlungsverzugs für einen begrenzten Zeitraum zu unterbinden.

Kinder könnten in Schule zurückfallen

Die Schwierigkeiten von einkommensschwachen Familien zeigten sich beim Schulunterricht. „Wenn die durch die Schulen oftmals vorausgesetzte IT-Ausstattung schlicht fehlt oder aber Eltern nicht helfend unterstützen können, fallen Kinder in der Schule zurück“, sagte Groth. Nach der Corona-Krise sollten die Bildungs- und Teilhabemittel für Nachhilfe von Kindern unkomplizierter bereitgestellt werden. „Dies hilft den Kindern und kann deren Abgehängt-Werden in der Schule verhindern.“

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