„Härtester Feuerwehrmann“ : 10 000 Stufen für guten Zweck

ironmen2
1 von 2

Mit einer ungewöhnlichen Sportaktion sammelte der Berufsfeuerwehrmann Thomas Albert in der Kreisstadt Spendengelder

svz.de von
05. Dezember 2014, 12:00 Uhr

Eigentlich ist der Aussichtsturm im Wismarer Bürgerpark wegen Vereisungs- und damit Rutschgefahr bereits gesperrt. Doch jetzt wurde er für Stunden noch einmal geöffnet. Grund: Eine ungewöhnliche Sportaktion, bei der sich der Wismarer Berufsfeuerwehrmann Thomas Albert beim zigfachen Turmbesteigen jede erklommene Treppenstufe für einen guten Zweck „versilbern“ ließ. Am Ende kam er 65 Mal auf der 28 Meter hohen Turmplattform an und meisterte dabei immer aufs Neue 154 Stufen. Macht insgesamt 10140 Stufen hoch und natürlich ebenso retour. Und die vergüten ihm die Egger Werke in Rahmen ihrer Aktion „Egger läuft“ pro Stufe mit fünf Cent. Das Unternehmen am Wismarer Haffeld legte sogar noch einen Gratis-Bonus von zwei Euro bei jedem Erreichen der oberen Plattform drauf.

Weitere Sponsoren wie der Pflegedienst Hopp, die Rechtsanwältin Anne Schäfer, das Versicherungskontor Martens/Prahl und die Hansestadt legten ebenfalls etwas dazu. So kamen insgesamt für diese Aktion 1235 Euro zusammen. Ein schönes Sümmchen, allerdings hart verdient. Denn als Albert um 11 Uhr startete, waren am Ende drei Stunden und 38 Minuten vergangen. Unterstützung im Mitlaufen, allerdings nicht bis ganz zum Schluss, erhielt er von zwei Mitstreitern der Outdoor-Fitness-Sportgruppe Bürgerpark, der er selbst angehört.

Bei eisigem Wind, der über den Bürgerpark fegte, hieß es mit den Kräften hauszuhalten. Deshalb gab es auch eine Stärkung nebenbei. Endlich nach mehr als dreieinhalb Stunden war der 65. Strich auf der Liste getätigt und damit das schier unendliche Dauer-Treppensteigen beendet. Doch für Albert steht jetzt bereits fest: „Die Aktion soll im kommenden Jahr erneut stattfinden.“

Der Betrag wird aufgesplittet und geht zum einen an die ambulante Hilfe der Felicitas gGmbH. Ferner erhält die Arbeiterwohlfahrt (AWO) einen Zuschuss für ein Zeltlager zugunsten sozial schwacher Kinder und Jugendlicher in Zierow.

Wer den sportlich durchtrainierten Oberbrandmeister kennt, weiß allerdings, dass er sich in der Vergangenheit in Sachen Extremsport schon ganz anderen Herausforderungen stellte. Immerhin nahm er mehrmals an den „World Firefighter Games“ teil. Erstmals startete er 2006 in Hongkong, dann 2008 im Liverpool und 2010 in Südkorea. Die Disziplin war jedes Mal mörderisch: Tragen einer schweren Puppe über 90 Meter und Überwindung einer drei Meter hohen Wand oder Treppensteigen bis zum 15. Stockwerk, natürlich auf Schnelligkeit. In Hongkong waren 3500 Feuerwehrleute aus 35 Ländern dabei. In der Disziplin „Härtester Feuerwehrmann“ belegte Albert unter 212 Teilnehmern den 77. Platz in der Gesamtwertung und den 11. Platz in der damaligen Altersklasse M40.
Doch ohne hartes Training macht eine solche Teilnahme wenig Sinn. Also nutzte er unter anderem Europas größte Dockhalle in Belfast mit ihren 360 Stufen auf 18 Ebenen. „Da ging es richtig zur Sache“, erinnert er sich noch gut, denn das alles passierte in voller Montur plus Atemschutzgerät. Auch besagter Aussichtsturm im Bürgerpark musste bereits zu Übungszwecken herhalten.

„Ich treibe viel Sport und schaue, dass ich noch etwas fit bleibe, auch wegen meines Jobs bei der Wismarer Berufsfeuerwehr“, so der einstige Iron-Men. Doch auch für den sportlichen Feuerwehrmann gilt: Es lässt sich nicht verhehlen, dass jeder Mensch älter wird.
 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen