Stiftung : 1,4 Millionen fürs Ehrenamt

Ministerpräsident Erwin Sellering gestern auf der Landespressekonferenz
Ministerpräsident Erwin Sellering gestern auf der Landespressekonferenz

Kabinett beschließt Ehrenamtsstiftung / 480 000 Euro Personalkosten / Kritik aus der Opposition

von
07. April 2015, 21:05 Uhr

Ehrenamtliche Gruppen außerhalb von Vereinen und Verbänden sollen von Juni an eine Anlaufstelle für Hilfe und Rat bekommen. Die Landesregierung beschloss in ihrer Sitzung gestern in Schwerin die Gründung der schon seit längerem angekündigten „Ehrenamtsstiftung MV – Stiftung für Ehrenamt und bürgerschaftliches Engagement in Mecklenburg-Vorpommern“.

Seit Wochen wird die Stiftung, die mit einem Gründungskapital von 200  000 Euro an den Start geht und einen jährlichen Zuschuss von 1,4 Millionen Euro aus dem Landeshaushalt erhalten soll, kontrovers diskutiert. Die Linke im Landtag forderte gestern erneut, dass „offen darüber informiert werden (müsse), wie die inhaltliche Ausgestaltung sowie die Finanzierung der Stiftung aussehen sollen.“ Man werde „einer persönliche PR-Aktion für den Ministerpräsidenten“ nicht zustimmen.

Auch die Bündnisgrünen sprachen von einer Mogelpackung angesichts dessen, dass allein 480  000 Euro für die Verwaltung der Stiftung mit sieben neuen Stellen eingeplant seien.

Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD), auf dessen Engagement die Stiftung zurückgeht, sagte: „Ich bin davon überzeugt: Diese Stiftung wird das Ehrenamt stärken. Das ist wichtig. Denn die vielen Ehrenamtlichen im Land leisten einen großen Beitrag zum sozialen Zusammenhalt bei uns in Mecklenburg-Vorpommern.“

Neben finanziellen Hilfen soll die Geschäftsstelle der Stiftung vor allem organisatorische Unterstützung geben. Von den jährlichen Zuschüssen sind 500  000 Euro für die Förderung des Ehrenamtes, 480  000 Euro für sieben Stellen und die Restsumme für Veranstaltungen vorgesehen. Der Sitz der Geschäftsstelle soll in Güstrow sein. Eine ähnliche Stiftung gibt es derzeit auch in Thüringen.

Der Finanzausschuss muss noch über eine anteilige Bewilligung von Mitteln für 2015 entscheiden. Das Konzept für die neue Stiftung ist in fünf Dialogveranstaltungen mit Ehrenamtlichen erarbeitet worden. „Es geht nicht allein um finanzielle, sondern vor allem um organisatorische Unterstützung der Ehrenamtlichen“, erläuterte der Ministerpräsident. Neben der Bereitstellung von Fördermitteln solle die Stiftung fünf Aufgabenfelder in Angriff nehmen. „Sie soll die Anerkennung für das Ehrenamt stärken. Sie soll Beratung leisten: bei rechtlichen Fragen, bei Fragen der Öffentlichkeitsarbeit oder bei der Förderung. Sie soll die Weiterbildung von Ehrenamtlichen unterstützen und zur Vernetzung der Aktiven beitragen. Und sie soll helfen, bürokratische Hürden abzubauen“, listete der Ministerpräsident auf.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen