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Arbeitszeiten : 1,4 Milliarden Überstunden pro Jahr

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Neue Zahlen der Bundesregierung: Deutlicher Anstieg bei Nacht-, Wochenend- und Schichtarbeit

Arbeitnehmer in Deutschland haben im vergangenen Jahr knapp 1,4 Milliarden Überstunden geleistet. Das entspricht dem Arbeitsvolumen von rund 730 000 Vollzeitstellen. Im Schnitt kam damit jeder Beschäftigte 2013 auf 46,7 Überstunden. Das geht aus den Antworten des Bundesarbeitsministeriums auf eine Kleine Anfrage der Linksfraktion im Deutschen Bundestag hervor. Die Zahl der Überstunden ist zuletzt leicht zurückgegangen, von 1,398 Milliarden im Jahr 2011 auf 1,383 Milliarden im vergangenen Jahr. Zur Zahl der unbezahlten Überstunden liegen der Bundesregierung keine aktuellen Daten vor. Das Arbeitsministerium verweist jedoch auf Zahlen des sozial-ökonomischen Panels, wonach 2010 Männer im Schnitt 4,3 und Frauen 2,1 unbezahlte Überstunden monatlich geleistet hätten.

Nach Angaben der Bundesregierung ist die Zahl der Beschäftigten mit überlangen Arbeitszeiten in den letzten Jahren stark gestiegen. Auch haben Wochenend-, Nacht- und Schichtarbeit erheblich zugenommen. Laut Arbeitsministerium waren im Jahr 2012 5,6 Millionen Männer und Frauen oder 15,8 Prozent der Arbeitnehmer in Deutschland in Schichtmodellen beschäftigt – zwei Millionen mehr als im Jahr 1992. Das entspricht einer Zunahme um 54 Prozent. 8,9 Millionen Arbeitnehmer oder 25 Prozent aller Beschäftigten arbeiteten 2012 ständig oder regelmäßig am Wochenende. 1992 waren es noch 5,6 Beschäftigte gewesen. 9,2 Millionen Männer und Frauen leisteten im Jahr 2012 ständig oder regelmäßig Schichtarbeit. 1996 waren es 5,3 Millionen. Das entspricht einem Anstieg um 75 Prozent.

Die Linksfraktion fordert von der Bundesregierung gesetzliche Gegenmaßnahmen. „Atypische Arbeitszeiten gefährden die Gesundheit und erschweren die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben“, erklärte Linken-Arbeitsmarktexpertin Jutta Krellmann.



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