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Bestattungswesen : 1,14 Millionen Euro für Armengräber

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Kein Geld für die Bestattung – Kommunen in MV mussten 704 Menschen helfen.

svz.de von
erstellt am 04.Dez.2015 | 06:00 Uhr

Mecklenburg-Vorpommerns Städte und Gemeinden haben im vergangenen Jahr 1,14 Millionen Euro für Armenbegräbnisse bezahlt. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Linksfraktion im Bundestag hervor. Danach haben deutsche Kommunen 2014 insgesamt 59 Millionen Euro für Sozialbestattungen gezahlt.

Nach dem Sozialgesetzbuch werden die erforderlichen Kosten einer Bestattung übernommen, „soweit den hierzu Verpflichteten nicht zugemutet werden kann, diese Kosten zu tragen“. In Mecklenburg-Vorpommern bekamen im vergangenen Jahr 704 Personen Geld für die Beerdigung von Angehörigen. Bei landesweit etwa 18  000 Begräbnissen im Jahr sind knapp vier Prozent Sozialbestattungen.

„Die Kommunen gehen sehr pietätvoll mit dem Thema um, betroffen sind vor allem Städte mit großen Krankenhäusern wie Rostock, Greifswald und Schwerin“, sagte Thomas Deiters, stellvertretender Geschäftsführer des Städte- und Gemeindetages. Schwerin bezahlte im vergangenen Jahr 224  750 Euro für Armenbegräbnisse, teilte die Stadtverwaltung auf Anfrage unserer Redaktion mit. 135 Personen hatten diese Hilfe beantragt.

„Aufgrund der zunehmenden Altersarmut und sich ausbreitenden prekären Beschäftigungen, ist für die Zukunft ein Anstieg der Sozialbestattungen zu erwarten“, sagte die Linke-Bundestagsabgeordnete Sabine Zimmermann gegenüber unserer Berliner Redaktion. „Angesichts der damit steigenden Belastungen der Kommunen ist zudem zu befürchten, dass die Kommunen die Kostenübernahme absenken könnten.“

In Mecklenburg-Vorpommern bezahlt die Kommune einem Antragsteller im Durchschnitt 1617 Euro für ein Armenbegräbnis. Gemessen an den Kosten ist das relativ wenig. Beispielsweise sind in Schwerin seit April 2013 allein für die Erdwahlgrabstelle mit 25-jähriger Liegezeit 1383 Euro fällig. Rostocker zahlen für ein Erdwahlgrab 940 Euro. Greifswald nimmt 1445 Euro.

Bis zur Streichung im Jahr 2004 war das Sterbegeld, das die Hinterbliebenen bei der Bestattung finanziell unterstützte, eine Leistung der gesetzlichen Krankenkassen. Die Höhe betrug am Ende allerdings nur noch 525 Euro. Sterbegeld bekommen heute noch die Hinterbliebenen von Beamten.

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